Neue Mobilität: Die drei Illusionen der deutschen Verkehrspolitik
Längst ist die Zeit davongelaufen, um in Richtung Klimaziele abzubiegen.
Foto: Imago(2), Reuters, GettyBerlin. Wenn Volker Wissing wissen will, wie hoch der Berg Arbeit ist, vor dem er steht, dann reicht ein Blick in die Klimabilanz der alten Bundesregierung: Autos, Bahnen und Busse, Flugzeuge, Lastwagen und Schiffe transportieren Jahr für Jahr mehr Menschen und Tonnen an Gütern und pusten dabei viel zu viel Kohlendioxid (CO2) in die Luft, nämlich rund 160 Millionen Tonnen im Jahr. Bereits in acht Jahren, im Jahr 2030, soll es laut Klimaplan der Bundesregierung nur noch gut die Hälfte sein, nämlich 85 Millionen Tonnen.
Selbst wenn dieses Ziel am Ende geschafft werden sollte, wird der vorgegebene Abbaupfad dorthin kaum zu halten sein. Nach derzeitigem Stand dürften im Verkehrssektor bis 2030 rund 270 Millionen Tonnen Emissionen zu viel entstehen, die die Bundesregierung laut Gesetz eigentlich verhindern müsste – etwa durch einen radikal höheren Spritpreis oder gar durch Fahrverbote.
„Die Zahlen treiben mich um“, sagt der Bundesverkehrsminister angesichts der offensichtlichen Diskrepanz von Wunsch und Wirklichkeit. „Wir wollen klimaneutrale Mobilität.“