Ukraine-Krieg: Was Deutschland von der kriegsgeplagten Ukraine lernen kann
Lwiw, Kiew. Welches Leid Kriege auslösen, ist aus der Ferne kaum greifbar. In Lwiw ist das anders. Dort, in der Westukraine, haben sie auf einer Anhöhe eine besondere Gedenkstätte geschaffen. Hunderte Soldaten, die an der Front im Kampf gegen Russland starben, sind hier begraben.
Beim Gang entlang der Gräber sieht das Auge viel Gelb und Blau. Von jedem Grab weht mindestens eine ukrainische Flagge. Hier, inmitten des Fahnenmeers, wird das Leid spürbar.
Neben den Gräbern stehen kleine Holzbänke. Als Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Sonntag vor Ort ist, sind viele von ihnen besetzt. Angehörige trauern um Menschen, die sie verloren haben. Sie haben Tränen in den Augen, bei manchen fließen sie.
Reiche kommt auf eine Sitzbank zu, auf der Mutter und Vater eines 45-jährigen Ukrainers sitzen, der im Krieg gefallen ist. Die Ministerin, die sich in ihrer bisherigen Amtszeit nicht immer einen empathischen Ruf erarbeitet hat, bekundet ihr Beileid, verweist auf ihre eigenen drei Kinder und betont, dass das, was die Eltern gerade durchlebten, sicherlich ein unvorstellbares Leid sei.