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Erdgasstreit Entspannung zwischen Türkei und Zypern möglich

Das türkische Bohrschiff „Yavuz“ könnte am Abend in türkische Gewässer zurückkehren. Das würde den Erdgasstreit kurzzeitig leicht deeskalieren.
04.10.2020 - 15:21 Uhr Kommentieren
Die Besatzung des Schiffes suchte seit Monaten ohne Genehmigung der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung in Nikosia nach Erdgas. Quelle: Reuters
Yavuz

Die Besatzung des Schiffes suchte seit Monaten ohne Genehmigung der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung in Nikosia nach Erdgas.

(Foto: Reuters)

Nikosia Erstmals seit mehreren Monaten hat das türkische Bohrschiff „Yavuz“ am Sonntag seine Position im Südwesten der Republik Zypern verlassen. Die Besatzung des Schiffes suchte dort seit Monaten ohne Genehmigung der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung in Nikosia nach Erdgas.

Der Zielhafen der „Yavuz“ sei unklar, hieß es aus Regierungseisen in Nikosia. Sollte das Bohrschiff auf seinem Kurs Richtung Norden bleiben, dann könnte dies ein weiteres Zeichen der Entspannung im östlichen Mittelmeer sein. Die „Yavuz“ könnte nämlich am Abend in türkische Gewässer zurückkehren.

Ankara und Nikosia streiten sich seit Jahren um eine Ausschließliche Wirtschaftszone rund um die drittgrößte Mittelmeerinsel. Die Türkei erkennt den EU-Staat Zypern nicht an und lehnt die Suche nach Erdgas durch die zyprische Regierung ab, solange die türkischen Zyprer, die überwiegend in der international nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern leben, nicht zustimmen und die Zypernfrage nicht gelöst ist.

Die Regierung in Nikosia hat bereits erste Bohrungen durchführen lassen und erste Erdgasfelder südlich der Insel entdeckt. Weitere Erkundungen sollen 2021 beginnen. Im östlichen Mittelmeer war in den vergangenen Monaten der Streit zwischen der Türkei und Zypern sowie zwischen der Türkei und Griechenland wegen der Erdgasvorkommen eskaliert. Inzwischen haben sich Athen und Ankara nach einer Vermittlung Berlins geeinigt, Sondierungsgespräche zur Überwindung dieses Problems aufzunehmen.

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    • dpa
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