Global Gateway: Der 300-Milliarden-Euro-Plan: Die EU stemmt sich gegen Chinas Seidenstraße
Wegen Finanzierungsproblemen mit China hat das Land die EU um Hilfe gebeten.
Foto: ReutersBrüssel. Mit einem Investitionsprogramm in Höhe von bis zu 300 Milliarden Euro will die EU den Bau von moderner Infrastruktur in Schwellen- und Entwicklungsländern fördern. Das Vorhaben gilt als Schlüsselinitiative der EU im Systemwettbewerb mit China und ist das Ergebnis jahrelanger Beratungen zwischen Kommission und Mitgliedstaaten.
Am Mittwoch soll die Strategie mit dem Namen Global Gateway offiziell vorgestellt werden. Die aktuelle Fassung liegt dem Handelsblatt vor. Die Summe ist deutlich höher als bis zuletzt geplant und ein Zeichen dafür, wie wichtig das Vorhaben EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist. Europäische Unternehmen dürfen auf lukrative Aufträge hoffen.
„Global Gateway hat das Potenzial, die EU zu einem wirkungsvollen geopolitischen Akteur zu machen“, sagte der deutsche EU-Botschafter Michael Clauss dem Handelsblatt. Das Angebot werde „für viele Partnerländer eine attraktive Alternative zur chinesischen Seidenstraße sein“.
Es ist das erklärte Ziel der EU, ihren weltweiten Einfluss zu stärken. Global Gateway wurde speziell mit Blick auf die Rivalität mit autoritären Systemen konzipiert. Das verdeutlicht die Kommission bereits im ersten Satz ihres Strategiedokuments: „Starke Demokratien und die Werte, die sie untermauern, müssen eine Antwort auf die heutigen globalen Herausforderungen geben.“