Handelsabkommen: EU will sich für Indiens Fachkräfte öffnen
Bangalore, Brüssel. Die EU-Kommission will die geregelte Migration von Fachkräften aus Indien nach Europa erleichtern. Der verbesserte Zugang zum EU-Arbeitsmarkt soll Teil eines Handelsabkommens werden, das Brüssel und Neu-Delhi bis Januar vereinbaren wollen, sagte der EU-Kommissar Magnus Brunner im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Die EU lege Indien „ein sehr breites Angebot für eine strategische Zusammenarbeit vor – bei der Migration, aber auch beim Handel –, damit beide Seiten auch profitieren“, sagte der Österreicher Brunner, der als Innenkommissar auch für Einwanderung zuständig ist.
Unter dem Eindruck der protektionistischen Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump rücken Indien und die EU näher zusammen.
„Wir werden im Osten bedroht, und im Westen müssen wir unsere Beziehungen zu den USA überdenken. Deswegen ist es enorm wichtig, dass wir uns einfach breiter aufstellen“, sagte Brunner.
Im Februar hatten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Präsident Narendra Modi vereinbart, ein Handelsabkommen bis Ende des Jahres auszuhandeln.
Im September, nachdem Trump zusätzliche Strafzölle in Höhe von 50 Prozent gegen Indien verhängt hatte, telefonierte Modi erneut mit von der Leyen und schlug ein erneutes Gipfeltreffen im Januar vor, um die Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen zur EU zu vertiefen.