Kanzler in Südamerika: Chancen so groß wie lange nicht: Scholz wirbt für weltgrößte Freihandelszone
Der Bundeskanzler besucht auf seiner Reise Argentinien, Chile und Brasilien.
Foto: dpaBerlin, Brüssel, Salvador. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat zum Auftakt seiner viertägigen Reise durch Südamerika auf einen zügigen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten gedrungen. „Die Verhandlungen haben nun schon lange genug gedauert“, sagte Scholz im Anschluss an ein Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Alberto Ángel Fernández.
Nach einem Besuch in Chile reist der Kanzler am Montag weiter nach Brasilien. Begleitet wird er von einer zwölfköpfigen Wirtschaftsdelegation unter der Leitung der parlamentarischen Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Franziska Brantner (Grüne). „Natürlich liegt es in unserem Interesse, eng mit unseren demokratischen Partnern in Südamerika gemeinsame Wertschöpfung zu fördern“, sagte Brantner dem Handelsblatt.
Die Chancen, das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay in Kraft zu setzen, stehen nach dem Regierungswechsel in Brasília so gut wie lange nicht.
Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen wirbt für eine „ambitionierte Handelsagenda“, die Europa den Zugriff auf begehrte Rohstoffe erleichtern soll. Entsprechende Partnerschaften spielen daher auch eine zentrale Rolle in ihrem „Green Deal Industrial Plan“. Am Mittwoch will die EU-Kommission weitere Details ihres Industrieplans vorlegen. Damit tritt Europa zunehmend in Konkurrenz zu jenem Land, von dem es sich unabhängiger machen will: China. Gerade in Südamerika ist die Volksrepublik äußerst präsent.