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MidtermsZwischenwahlen verstärken Zweifel an Trumps „Truth Social“-Dienst

Nach dem schwachen Abschneiden der Trump-Kandidaten bei den Zwischenwahlen fallen auch die Aktienkurse des Investmentvehikels DWAC, das Trumps Social Media übernehmen soll.Katharina Kort 10.11.2022 - 19:07 Uhr Artikel anhören

Nach seinem Rauswurf bei Twitter gründete Trump sein eigenes soziales Netzwerke.

Foto: Reuters

New York. Schwierige Zeiten für den ehemaligen US-Präsidenten: Das schwache Abschneiden der von ihm unterstützten republikanischen Kandidaten bei den Zwischenwahlen ist kein gutes Omen für Donald Trumps Social-Media-Dienst Truth Social. Davon sind nicht mehr nur Kommunikationsexperten, sondern auch immer mehr Investoren überzeugt.

Am Mittwoch nach der Wahl hatte die Aktie von DWAC – Digital World Acquisition Corp – rund 20 Prozent ihres Wertes verloren. Zum New Yorker Börsenauftakt am Donnerstag ging es um weitere fünf Prozent bergab.

DWAC ist das Investmentvehikel – ein sogenannter Spac (Special Purpose Acquisition Company) – der sich eigentlich verpflichtet hatte, Trumps Media & Technology Group (TMTG) zu kaufen. Doch mit dem schlechten Abschneiden von Kandidaten wie dem Fernseharzt Mehmet Oz sieht Trumps politische Zukunft derzeit weniger rosig aus. Damit könnte auch das Interesse an seinem sozialen Netzwerk schwinden.

Trump hatte Truth Media als Antwort auf seinen Twitter- und Facebook-Rauswurf nach dem Ansturm auf das Kapitol gegründet. Seine Idee dahinter: Auf Truth können sich Gleichgesinnte austauschen – ohne die Zensur des politisch eher linken Silicon Valleys fürchten zu müssen.

Nach einem holprigen Start mit Software-Problemen im Februar hat Truth Social mittlerweile einige Millionen Nutzer gewinnen können. Ex-Präsident Trump selbst kommt auf knapp vier Millionen Follower – weit entfernt von den 88,7 Millionen, die ihm früher auf Twitter folgten.

Wegen der schwachen Nutzerzahlen und der ungewissen Zukunft machen Investoren von DWAC schon seit einigen Monaten Druck. DWAC hat sich auch in offiziellen Dokumenten immer stärker von dem geplanten Deal distanziert. So hat DWAC die Übernahme bereits mehrfach verschoben.

In einem SEC-Dokument heißt es dazu: „Wenn Präsident Trump weniger beliebt wird oder es weitere Kontroversen gibt, die seiner Glaubwürdigkeit schaden oder dem Wunsch der Menschen, eine mit ihm verbundene und für ihn finanziell vorteilhafte Plattform zu nutzen, dann könnten die operativen Ergebnisse von Trumps Media & Technology Group davon negativ betroffen sein.“ Das könnte auch der Fall sein, wenn Trumps politische Zukunft gefährdet ist.

Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC

Außerdem könnten Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC und der Justizbehörden dem Geschäft schaden. Sie untersuchen, ob es bereits vor dem Börsengang eine Absprache zwischen Trump Media und dem Investmentvehikel DWAC gegeben hat.

Das wäre nämlich nach dem US-Aktienrecht nicht erlaubt gewesen. Spacs dürfen erst nach ihrem IPO nach Übernahmezielen Ausschau halten und müssen das ihren Investoren auch mitteilen. Sie sind eine Art Hülle, die erst später gefüllt wird.

Dass das Geld bei TMTG knapp ist, darüber hat in der Vergangenheit sogar der Trump-nahe Sender Fox Business berichtet: Danach hatte das Trump-Unternehmen den konservativen Web-Hosting-Dienst Right Forge seit März nicht mehr bezahlt und schuldet dem Unternehmen mehr als eine Million Dollar.

Auf Twitter könnte Trump theoretisch zurückkehren, seit Elon Musk das Unternehmen übernommen hat. Doch damit könnte Trump seinem eigenen Medium schaden. 

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Die Investoren sind auf jeden Fall schon jetzt ernüchtert: Die Aktie von DWAC ist heute mit etwas mehr als 21 Dollar weit von dem Höchstwert von 97,4 Dollar im März entfernt.

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