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Nach Vergiftung Charité: Nawalnys Zustand hat sich verbessert – Er kann zeitweise das Bett verlassen

Die Bundesregierung hat Russland erneut zu einer Erklärung aufgefordert. Auch der französische Präsident Macron forderte Klarheit im Fall Nawalny.
14.09.2020 Update: 14.09.2020 - 15:10 Uhr Kommentieren
Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny ist mittlerweile aus dem Koma geholt worden. Quelle: dpa
Alexej Nawalny

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny ist mittlerweile aus dem Koma geholt worden.

(Foto: dpa)

Berlin Der Gesundheitszustand des Kremlkritikers Alexej Nawalny hat sich laut Berliner Klinikum Charité weiter verbessert. Er muss nicht mehr beatmet werden und kann sein Krankenbett zeitweise verlassen, teilte die Charité am Montag in Berlin mit.

Zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden stellten einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache fest. Dies teilte die Bundesregierung am Montag mit.

Weiter hieß es, dass Deutschland die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) eingeschaltet habe. Deren Experten haben demnach ebenfalls Proben von Nawalny entnommen, die nun durch Referenzlabore untersucht werden sollen. Nawalny wird in Berlin behandelt. Der 44-Jährige gilt als einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin.

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte zu den neuen Befunden: „Wir erneuern die Aufforderung, dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt.“ Die deutsche Regierung stehe mit ihren europäischen Partnern „in engem Austausch zu weiteren Schritten“.

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    Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron forderte ebenfalls eine rasche Aufklärung der Umstände und der Verantwortlichkeiten. Der Präsident sprach in diesem Zusammenhang von einem „Mordversuch“, wie der Élyséepalast am Montag in Paris nach einem Telefongespräch zwischen Macron und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin berichtete.

    Frankreich und Schweden bestätigen Nowitschok-Vergiftung von Nawalny

    Er sei in diesem Fall mit Deutschland solidarisch, erklärte Macron, der sich in der Affäre bisher öffentlich zurückgehalten hatte. Frankreich teile – auch auf Grund eigener Analysen – die Schlussfolgerungen mehrerer europäischer Partner, wonach der Nervengift-Kampfstoff Nowitschok als Ursache festgestellt wurde. Russland müsse nun im Rahmen einer glaubwürdigen und transparenten Untersuchung Klarheit schaffen, forderte Macron.

    Großer internationaler Druck

    Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland zusammengebrochen und in eine Klinik in Sibirien gebracht worden. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die Charité verlegt. Die Bundesregierung teilte nach Untersuchungen in einem Spezial-Labor der Bundeswehr mit, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei.

    International ist der Druck auf Moskau groß, in dem Fall selbst zu ermitteln. Nach Ansicht der Bundesregierung hat Russland ausreichend Informationen für eigene Untersuchungen. „Russland verfügt über alles Notwendige, um Ermittlungen durchzuführen“, sagte Regierungssprecher Seibert in der vergangenen Woche.

    In der Erklärung der Bundesregierung heißt es, man habe mit Frankreich und Schweden weitere europäische Partner um eine unabhängige Überprüfung des deutschen Nachweises anhand erneuter Proben von Nawalny gebeten. „Die Ergebnisse dieser Überprüfung durch Speziallabore in Frankreich und Schweden liegen nunmehr vor und bestätigen den deutschen Nachweis“, teilte Seibert mit. „Unabhängig von den noch laufenden Untersuchungen der OVCW haben damit nun bereits drei Labore unabhängig voneinander den Nachweis eines Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung von Herrn Nawalny erbracht.“

    Moskau hatte vergangene Woche verärgert auf Aufforderungen reagiert, Ermittlungen einzuleiten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Tass zufolge, andere Länder sollten Russland nicht sagen, „welche rechtlichen Schritte wann und auf welcher rechtlichen Grundlage einzuleiten sind“. „Das gefällt uns nicht.“

    Mehr: Russland-Beauftragter Saathoff: „Moskau muss sich wieder wie ein Partner verhalten“

    • rtr
    • dpa
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