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Ray DalioHedgefonds-Milliardär warnt vor autokratischer Entwicklung der USA

Präsident Trump hat die US-Notenbank Fed zuletzt stark unter Druck gesetzt. Der mächtige Wall-Street-Investor Ray Dalio warnt vor den Folgen für die Demokratie und den Dollar.Sophia von Schwanewede 02.09.2025 - 12:23 Uhr Artikel anhören
Bridgewater-Gründer Ray Dalio: Internationale Investoren steigen bereits aus US-Staatsanleihen aus und investieren stattdessen in Gold. Foto: Reuters

Düsseldorf. Ray Dalio, Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, findet ungewöhnlich scharfe Worte zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzpolitik von US-Präsident Donald Trump. In einem Interview mit der „Financial Times“ („FT“) am Dienstag warnt der Milliardär, dass Trumps Politik die Vereinigten Staaten in Richtung Autokratie treibe. Ihn erinnere die Entwicklung an die 1930er- und 40er-Jahre, als die Wirtschaftskrise zu einer starken staatlichen Kontrolle über Unternehmen geführt hatte.

Am staatlichen Einstieg beim Chiphersteller Intel übt Dalio explizit Kritik. Offenbar wolle die Regierung damit auch die finanzielle und wirtschaftliche Lage einzelner Firmen beeinflussen – auch das habe autokratische Züge. Die USA hatten sich zuletzt mit zehn Prozent an Intel beteiligt. Zuvor hatte Trump Intel-Chef Lip-Bu Tan öffentlich kritisiert.

Der Milliardär Dalio gehört zu den wenigen einflussreichen Persönlichkeiten der Finanzwelt, die Donald Trump noch offen kritisieren. „In solchen Zeiten schweigen die meisten Menschen, weil sie Vergeltung fürchten, wenn sie Kritik üben“, sagte der Starinvestor. Viele Wall-Street-Investoren sähen die Politik des Präsidenten bereits kritisch, wenn auch meist privat, betont er.

Politischer Druck auf die Fed

Trumps Tiraden gegen die Federal Reserve (Fed) bereiten Dalio Sorgen. Vergangene Woche hat Trump die Entlassung der Gouverneurin Lisa Cook angeordnet. Seit Monaten setzt er die Fed unter Druck, die Leitzinsen zu senken – bisher ohne Erfolg.

Dabei könnten die Trump-Anhänger bald eine Mehrheit im Führungsgremium der Zentralbank bilden. Momentan gehören drei von ihm nominierte Personen zur Fed-Führung: die Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman sowie Fed-Chef Jerome Powell. Mit Stephan Miran hatte Trump zuletzt einen engen Vertrauten für das Direktorium nominiert.

Jährlich zwei Billionen Dollar Schulden

Aktuell gebe Washington rund sieben Billionen Dollar pro Jahr aus, erziele aber nur fünf Billionen Dollar an Einnahmen. Die Folge sei eine massive Neuverschuldung.

Der Haushalt der USA steht aus Sicht von Dalio vor dem „schuldenbedingten Herzinfarkt“. Nach vielen Jahren hoher Defizite und „unhaltbarem Schuldenwachstum“ stehe das Land nun am Rande einer Schuldenkrise. „Präsidenten beider Parteien“ hätten die Lage bereits vor Trumps aktuellem Haushaltsplan verschärft, doch die zusätzlichen geplanten Schulden könnten die Lage weiter zuspitzen.

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Eine politisch geschwächte Fed könnte ihre Fähigkeit verlieren, den Dollar zu verteidigen, fürchtet Dalio im „FT“-Interview. Internationale Investoren würden bereits aus US-Staatsanleihen aussteigen und stattdessen in Gold investieren. Der Goldpreis hatte gestern Abend die Marke von 3500 Dollar pro Unze überschritten – ein neuer Rekordwert.

Das stelle die Fed vor eine schwierige Wahl: Entweder steigen die Zinsen und damit das Risiko einer Schuldenkrise – oder die Fed druckt Geld, um die Schulden zu kaufen, die sonst keiner will. In beiden Fällen werde der Dollar geschwächt.

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