RCEP: Vor allem China setzt auf die weltgrößte Freihandelszone
Das Abkommen besteht zwischen insgesamt fünfzehn Ländern, darunter China.
Foto: imago images/VCGTokio, Bangkok. Ihren wichtigsten Absatzmarkt können Thailands Obstbauern seit ein paar Wochen schneller beliefern als früher: Anfang Dezember schickten sie Container voll mit Tropenfrüchten erstmals direkt per Schnellzug nach China. Möglich macht das ein neues Inspektionszentrum des chinesischen Zolls.
Ziel ist es, Agrarprodukte unmittelbar nach Ankunft zu kontrollieren und prompt zum Weitertransport freizugeben. Thailands Regierung sieht darin eine Möglichkeit, den Süden Chinas einfacher und günstiger mit frischen Lebensmitteln zu versorgen. Die Behörden rechnen für dieses Jahr mit Obstexporten nach China im Wert von umgerechnet 4,9 Milliarden Euro – 65 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das kommende Jahr erwarten sie einen Anstieg um weitere elf Prozent.
Das boomende Geschäft ist Regierungsvertretern zufolge auch ein Ergebnis der asiatischen Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP), dem größten Freihandelsabkommen der Welt. Es trat im Januar 2022 in Kraft und umfasst mit den zehn Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) sowie China, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland rund 30 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung sowie der Weltbevölkerung.