Shoshana Zuboff: „Die Digital-Oligarchen haben Angst vor Europa“
Berlin, Brüssel. Schon früh hat die Harvard-Professorin Shoshana Zuboff vor der Gefahr gewarnt, die von Digitalgiganten ausgehe – jetzt sieht sie ihre schlimmsten Befürchtungen Realität werden. In den USA, sagt sie, fusionierten Technologie und Staat zu einem gefährlichen Autoritarismus.
„Wir erleben eine zutiefst antidemokratische Regierung“, sagt Zuboff im Gespräch mit dem Handelsblatt. Donald Trump und Elon Musk, so ihre Diagnose, treiben die Vereinigten Staaten an den Rand einer technologischen Autokratie – und exportieren das Modell weltweit. Die strukturellen Grundlagen dieser Entwicklung seien schon vor Jahrzehnten gelegt worden: durch die Kapitulation des Staates vor den Geschäftsinteressen des Silicon Valley.
„Ich sehe Europa als eine Arche Noah – als Anführerin der Demokratien, die überleben können, weil sie sich wehren.“
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Frau Professor Zuboff, seit dem Amtsantritt von Donald Trump und seinem Defacto-Premierminister Elon Musk ist Amerika kaum wiederzuerkennen. Fürchten Sie, dass Ihre Heimat in eine Tech-Autokratie abdriftet?
Wir haben es mit einer zutiefst antidemokratischen US-Regierung zu tun. Die Institutionen sind stark – aber sie setzen eine Loyalität zur Demokratie voraus, eine Art Ehrenkodex. Ob sie stark genug sind, um die Konsolidierung einer autoritären Kleptokratie zu verhindern, die Menschen und Demokratie verachtet, ist offen.