1. Startseite
  2. Politik
  3. International
  4. Ukraine-Krieg: Selenski wirbt in Singapur für Friedensgipfel in Schweiz

Ukraine-KriegSelenski wirbt in Singapur für Friedensgipfel in Schweiz

Kiew erhöht die diplomatischen Anstrengungen für den Friedensgipfel in der Schweiz. Selenski pendelt zwischen Asien und Europa, um mehr Unterstützung zu gewinnen. 02.06.2024 - 09:35 Uhr
Wolodymir Selenski auf dem 21. Shangri-La-Dialog im Shangri-La Hotel in Singapur Foto: Vincent Thian/AP/dpa

Singapur. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat auf der Sicherheitskonferenz „Shangri-La-Dialog“ in Singapur für eine Beteiligung der Staaten Südostasiens am Friedensgipfel in der Schweiz geworben. Er habe sich sowohl mit dem kommenden Präsidenten Indonesiens, Prabowo Subianto, als auch mit dem Staatschef von Osttimor, José Ramos-Horta, zu Gesprächen über eine Teilnahme an der Friedenskonferenz getroffen, teilte Selenski am Samstag auf seinem Telegramkanal mit.

Selenski dankte Ramos-Horta für seine Zusage, persönlich an dem Gipfel am 15./16. Juni teilzunehmen. Er hoffe auch auf die Teilnahme Indonesiens auf höchster Ebene, schrieb er. Bislang haben nach Selenskis Angaben 106 Länder und Organisationen ihre Teilnahme an dem Friedens-Gipfel zugesagt. Geplant ist am Rande des Sicherheitsforums, an dem Staatsoberhäupter, hochrangige Minister und Beamte aus 55 Ländern teilnehmen, zudem noch ein Treffen mit Singapurs Präsidenten Tharman Shanmugaratnam.

Die Reise Selenskis dient vor allem der Mobilisierung von Unterstützung im südostasiatischen Raum für die Ukraine. Das seit mehr als zwei Jahren von einem russischen Angriffskrieg getroffene Land setzt darauf, dass an der Friedenskonferenz in der Schweiz möglichst viele Staaten weltweit teilnehmen. So hofft Kiew, den Druck auf Russland zu erhöhen, um Moskau zu Zugeständnissen zu zwingen.

Italien: Selenski nimmt auch an G7-Gipfel teil

Selenski nimmt daher nach Angaben der italienischen Regierung auch am G7-Gipfel in knapp zwei Wochen teil. Ein Sprecher von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bestätigte der Nachrichtenagentur dpa entsprechende Medienberichte. Unklar blieb, ob Selenski persönlich in Apulien erwartet oder per Video zugeschaltet wird.

In den vergangenen Monaten war Selenski immer wieder persönlich zu Spitzentreffen gereist, um für mehr Unterstützung seines Landes im Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer zu werben oder um mit anderen Staaten Sicherheitsabkommen zu schließen. Im vergangenen Jahr war er zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben großen westlichen Industrienationen ins japanische Hiroshima gereist. Seine persönliche Teilnahme wurde jedoch erst kurz vor Beginn des Gipfeltreffens bekannt. Auch andere Reisen bestätigten sich erst nach seiner Ankunft.

Die Siebenergruppe besteht aus den USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland. Meloni führt in diesem Jahr den Vorsitz. Der Gipfel findet vom 13. bis 15. Juni in einem Luxushotel in der süditalienischen Region Apulien statt.

Orban preist rechte Parteien in Europa als Friedensstifter

Im Europawahlkampf pries Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban derweil rechte Parteien als diejenigen an, die ein baldiges Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine herbeiführen könnten. Mit dem Erstarken rechter und rechtspopulistischer Parteien in Europa und dem möglichen Wahlsieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA würden diese Kräfte eine „transatlantische Friedenskoalition“ schaffen, sagte der Rechtspopulist am Samstag auf einer Wahlveranstaltung vor mehr als 10.000 Anhängern in Budapest.

Viktor Orban am Samstag bei einer Wahlveranstaltung in Budapest. Foto: REUTERS

Der seit 2010 amtierende Regierungschef hat Ungarn zum Moskau-freundlichsten Land der EU gemacht. Immer wieder verhindert oder verwässert er mit Vetodrohungen Sanktionsbeschlüsse der Union gegen das kriegführende Russland. Ungarn ist deswegen in der EU weitgehend isoliert.

Ukraine: Wasserkraftwerk am Dnipro in „kritischem Zustand“

Zugleich richtet Russland jeden Tag weitere Verwüstungen in der Ukraine an. Das bei einem russischen Raketenangriff beschädigte Wasserkraftwerk an einem Stausee des Dnipro bei Saporischschja ist nach Behördenangaben nun in „kritischem Zustand“. Spezialisten müssten die Sicherheit des dazugehörigen Damms untersuchen, sagte der Militärgouverneur von Saporischschja, Iwan Fedorow, im ukrainischen Fernsehen. „Derzeit ist der Verkehr vom linken Ufer zum rechten Ufer vollständig gesperrt, sodass der Verkehr für die Anwohner eingeschränkt ist.“

Verwandte Themen
Singapur
Ukraine
Schweiz
Viktor Orban
Europa
G7-Gipfel

Das Kraftwerk wurde in den vergangenen Monaten mehrfach zum Ziel russischen Beschusses. Bei einem massiven Raketenangriff Ende März brach ein Brand aus. Das Kraftwerk wurde stark beschädigt und musste eine Zeit lang abgeschaltet werden. In der Nacht zum Samstag schlugen erneut Raketen in der Anlage ein. Anschließend wurde der Damm für den Verkehr vorübergehend gesperrt.

Das wird am Sonntag wichtig

Selenski tritt beim Sicherheitsforum in Singapur. Es wird erwartet, dass er dort einmal mehr für seine „Friedensformel“ wirbt, die einen Rückzug Russlands aus allen besetzten Gebieten der Ukraine vorsieht.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt