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USATrump verhängt 35 Prozent Zölle gegen Kanada – und droht EU

Der US-Präsident droht Europa mit neuen pauschalen Strafzöllen. „Noch heute“ könnte die EU einen Brief erhalten – so wie jetzt die kanadische Regierung. 11.07.2025 - 07:24 Uhr aktualisiert Artikel anhören
US-Präsident Trump setzt die EU mit seinen Zolldrohungen unter Druck. Foto: dpa

Washington. Der Europäischen Union drohen neue pauschale Strafzölle der USA. US-Präsident Donald Trump kündigte an, Abgaben von 15 oder 20 Prozent auf Waren der meisten Handelspartner zu erheben. Die EU könnte bereits „heute oder morgen“ ein entsprechendes Schreiben erhalten, sagte Trump dem US-Sender NBC News am Donnerstag (US-Zeit).

„Ich würde das gerne noch heute tun. Ich bin im Gespräch mit der EU, die ja bekanntlich mehrere Länder umfasst, sowie mit Kanada. Wir sollten die Briefe in den nächsten Stunden verschicken“, so der Regierungschef der Vereinigten Staaten.

Und weiter: Nicht jeder müsse ein Schreiben bekommen. Die USA würden einfach ihre Zölle festlegen. „Wir werden einfach sagen, dass alle übrigen Länder zahlen werden, ob es nun 20 oder 15 Prozent sind“, sagte Trump. „Das werden wir jetzt ausarbeiten.“ Der aktuelle Pauschalzollsatz liegt bei zehn Prozent.

Gegen das Nachbarland Kanada kündigte Trump Zölle in Höhe von 35 Prozent an. Der Republikaner veröffentlichte einen Brief dazu auf seiner Plattform Truth Social. Darin brachte er auch die Fentanyl-Krise ins Spiel.

Trump kritisierte, dass Kanada es nicht geschafft habe, den Zustrom der synthetischen Droge in die USA zu stoppen. Im Zollstreit habe Kanada stattdessen – anstatt mit den USA zusammenzuarbeiten – mit eigenen Zöllen auf eine frühere Zoll-Ankündigung der USA zurückgeschlagen.

Nun hat auch Kanadas Premierminister Mark Carney ein Zoll-Schreiben von Trump erhalten. Der Konflikt der Nachbarländer spitzt sich zu. Foto: REUTERS

Die neuen Abgaben sollen ab dem 1. August gelten. Es ist unklar, ob eine derzeit geltende Ausnahmeregelung für Waren, die unter dem aktuellen Handelsabkommen der USA mit Kanada und Mexiko (USMCA) gehandelt werden, verlängert oder aufgehoben wird.

Fentanyl kann schnell und stark abhängig machen. Die Substanz hat in den USA zu einem großen Drogenproblem geführt. Verbrecherorganisation versorgen vorwiegend aus Mexiko heraus den Schwarzmarkt der Vereinigten Staaten. US-Präsident Trump wirft auch Kanada und China vor, für die Einfuhr der Drogen mitverantwortlich zu sein.

Ende Juni hatte Trump bereits Handelsgespräche mit Kanada aufgekündigt. Als Grund hatte Trump eine von Kanada geplante Einführung einer Digitalsteuer auf Geschäfte amerikanischer Unternehmen genannt. Die USA sind für Kanada mit Abstand der wichtigste Handelspartner.

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Diese Maßnahmen deuten insgesamt nicht auf einen Rückzug von seiner zentralen Wirtschaftspolitik hin. Trump verwies gegenüber NBC auf den jüngsten Anstieg der US-Aktienmärkte – trotz der geplanten höheren Zölle auf wichtige Handelspartner, die bereits in wenigen Wochen in Kraft treten sollen.

Der Präsident hat die Woche damit verbracht, Schreiben an Handelspartner zu verschicken, in denen er über neue Zollsätze informiert, die ab dem 1. August gelten sollen – sofern keine besseren Bedingungen ausgehandelt werden. Die EU hat bislang kein Schreiben erhalten.

dpa, Bloo
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