
WEF in Davos: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht in Davos
Ab 10.50 Uhr live: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht in Davos


Die Handelsblatt-Italienkorrespondentin Virginia Kirst berichtet:
Kommt Meloni nach Davos?
US-Präsident Donald Trump könnte dafür sorgen, dass die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zum ersten Mal nach Davos reist, während das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Bisher war Meloni dem Treffen immer ferngeblieben, weil es für alles steht, wogegen die Rechtsnationalistin in ihren Jahren in der Opposition stets geschimpft hatte: die internationale Finanzelite und die europäischen Technokraten, die hinter verschlossenen Türen über die Geschicke der Welt entscheiden. In Melonis Weltsicht haben diese Kräfte keine demokratische Legitimierung und zwingen dem Volk ihren Willen auf.
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Trump: „Es wird ein sehr interessantes Davos“
US-Präsident Donald Trump hat wenige Stunden vor Abflug zum Weltwirtschaftsforum in Davos seine Drohungen gegenüber Grönland bekräftigt. In Washington kommentierte er vor Reportern zunächst den Versuch mehrerer Nato-Länder, unter anderem Deutschland, eine Soldatenmission nach Grönland zu entsenden.
„Sie haben ein paar Leute geschickt. Nicht wegen mir, sondern um sich gegen Russland zu schützen“, so Trump, und fügte hinzu: „Wir werden sehen, was passiert. Aber drücken wir es so aus: Es wird ein sehr interessantes Davos werden.“
Er drängte erneut darauf, dass die USA die arktische Insel übernehmen müssten – und forderte, dass europäische Staats- und Regierungschefs seinen Grönland-Plan unterstützten sollten. „Ich glaube nicht, dass sie meinen Plan ablehnen werden. Sie müssen das durchsetzen. Sie können Grönland nicht schützen.“
Trumps Auftritt in Davos wird am Mittwoch um 14.30 Uhr Ortszeit erwartet.

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Trump-Besuch mobilisiert Proteste
Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums gibt es traditionell Protestaktionen. Die Teilnahme von Donald Trump dürfte die in diesem Jahr zusätzlich mobilisiert haben. An einer zweitägigen Protestwanderung von StrikeWEF, die am Sonntag in Davos endete, sollen nach Angaben der Organisatoren 600 Menschen teilgenommen haben.
Die Top-Termine im WEF-Terminkalender
- 09:30 Uhr: Gespräch mit Microsoft-CEO Satya Nadella
- 10 Uhr: Rede von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
- 11 Uhr: Rede von Chinas Vize-Premier He Lifeng
- 13:30 Uhr: The Day After AGI mit Dario Amodei und Demis Hassabis
- 14 Uhr: Rede von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
- 15 Uhr: Gespräch mit dem CEO und Gründer von Palantir, Alex Karp
- 16:30 Uhr: Rede von Kanadas Premierminister Mark Carney
- 08:30 Uhr Decade Déjà Vu: Are the 2020s the New 1920s? Unter anderem mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde
- 10 Uhr: Rede von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez
- 10:15 Uhr: Kann Europa sich verteidigen? Unter anderem mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte
- 11 Uhr: Rede von UN-Generalsekretär António Guterres
- 11:30 Uhr Gespräch mit dem CEO von Nvidia, Jensen Huang
- 13:00 Uhr Gespräch mit dem Chairman und CEO von JP Morgan, Jamie Dimon
- 14 Uhr: Rede von US-Präsident Donald Trump
- 15 Uhr: Rede von Argentiniens Präsident Javier Milei
- 17:45 Uhr Second Act for EU Single Market. Unter anderem mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde und der CEO von Amundi, Valerie Baudson
- 11:30 Uhr: Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz
- 13:15 Uhr Is Europe's Tech Sovereignty Feasible? Unter anderem mit dem CEO von SAP Christian Klein
- 11 Uhr: Global Economic Outlook, unter anderem mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde und IWF-Chefin Kristalina Georgieva

Im „USA House“, der offiziellen Repräsentanz der US-Regierung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, werden bestimmte Themen lieber ausgespart. Zum Auftakt des wichtigsten internationalen Gipfels für Konzerne und Investoren luden die USA am Sonntagabend Gäste zu einem Warm-up in ihr Hauptquartier – das sich in diesem Jahr im Davoser Gotteshaus der Freien Evangelischen Gemeinde befindet.
Unternehmen wie Microsoft und McKinsey hatten im Vorfeld jeweils bis zu einer Million Dollar gezahlt, um das „USA House“ zu sponsern.

Von transatlantischen Strafzöllen oder US-Präsident Donald Trumps Drohungen gegen die Arktisinsel Grönland war hier jedoch keine Rede. Stattdessen beschwor Gastgeberin Sarah Rogers, Unterstaatssekretärin für öffentliche Diplomatie im US-Außenministerium, die USA würden sich „zur Freiheit und zum robusten Individualismus“ bekennen. Der Hintergrund: In diesem Jahr werden die USA ihr 250-jähriges Bestehen seit der Unabhängigkeitserklärung feiern, bundesweit sind dafür Gedenk- und Großveranstaltungen geplant, darunter Militärparaden, ein Martial-Arts-Wettkampf und „nationale Gebete“, so Rogers.
„Aber wir sind immer offen für andere Vorschläge unserer internationalen Partner“, fügte sie hinzu, „wir freuen uns über Ideen und Dialog.“ An dieser Stelle herrschte in der Kirche, in der vorwiegend Journalisten anwesend waren, irritiertes Schweigen. Denn die zelebrierte Offenheit passte so gar nicht zum aggressiven Grundrauschen der Trump-Regierung. Immerhin wurden die herumgereichten Cheeseburger gern vom Publikum verspeist.

WEF-Präsident Hoffmann hat keine großen Erwartungen an Trump-Rede
Der neue Co-Präsident des World Economic Forum (WEF), André Hoffmann, hat keine großen Erwartungen an den Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim WEF-Treffen in Davos kommende Woche. Er wisse zwar nicht, was Trump sagen wolle, aber „ich erwarte grundsätzlich keine Wunder“, sagte der Roche-Erbe im Gespräch mit der „Handelszeitung“.
Es ist das erste Interview Hoffmanns in seiner Funktion als Co-Präsident des Stiftungsrates des WEF. Er hatte den Posten im Sommer gemeinsam mit Blackrock-Gründer Larry Fink übernommen. Einen Eklat fürchtet er nicht, obwohl er Trump einmal als „korrupten alten Mann“ bezeichnet hatte. „Das WEF begrüßt es sehr, dass der Präsident der größten Weltmacht nach Davos kommt“, so Hoffmann. „Wenn wir einen echten Spirit of Dialogue haben wollen, dann müssen verschiedene und wichtige Stimmen dabei sein“, so der neue WEF-Chef.
Hoffmann stellt in Abrede, dass wegen Trump das Programm des WEF geändert wurde, und dass „woke“ Themen gestrichen wurden. „Nein, das stimmt nicht. Das Programm stand, lange bevor klar war, dass die USA mit einer großen Delegation anreisen werden.“ Und es habe auch nie eine Anfrage gegeben, das Programm zu ändern.

WEF-Gründer Schwab reist nicht nach Davos
Klaus Schwab wird nach mehr als 50 Jahren als Aushängeschild des von ihm gegründeten Weltwirtschaftsforums (WEF) beim Jahrestreffen in Davos nicht dabei sein. Er werde auf Reisen sein, sagte Schwab (87) der Deutschen Presse-Agentur. Er hoffe, dass in Davos bei allen politischen Problemen, die die Menschen verständlicherweise beschäftigen, trotzdem Zeit bleibe, über Zukunftsfragen nachzudenken – das Kernanliegen des Forums. Unter anderem werden in Davos US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet.
Der deutsche Ökonom war im Frühjahr 2025 auf Druck des Vorstands von seinen Funktionen zurückgetreten, nachdem anonyme Vorwürfe über angebliches Fehlverhalten gegen ihn erhoben worden waren. Eine Anwaltskanzlei stufte die Vorwürfe nach einer Untersuchung als haltlos ein. Es habe eine Einigung mit dem WEF gegeben, den Weg „für eine fruchtbare Zusammenarbeit in der Zukunft“ zu ebnen, teilte Schwabs Sprecher anschließend mit.
Schwab hatte die Stiftung World Economic Forum (WEF) 1971 gegründet. Sie gilt als eine der wichtigsten Plattformen für Spitzenpolitiker, Top-Manager, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt, um Zukunftsfragen zu erörtern.