Thüringen-Wahl 2024: So klappt die Briefwahl in Thüringen
Düsseldorf. Wahlberechtigte in Thüringen entscheiden am 1. September über ihr neues Landesparlament. Wer sich die Schlange vor dem Wahllokal ersparen möchte oder nicht vor Ort ist, kann seine Stimme schon vorher abgeben – per Post. Die Briefwahl in Thüringen muss allerdings beantragt werden. Lesen Sie hier alles zur Briefwahl in Thüringen.
Briefwahl beantragen: Was muss ich tun?
Wer per Briefwahl bei der Landtagswahl in Thüringen abstimmen möchte, benötigt einen Wahlschein und Briefwahlunterlagen (Stimmzettel, Stimmzettelumschlag, Wahlbriefumschlag und Wahlschein). Die Unterlagen erhalten Sie bei Ihrer Gemeinde, bei der Sie einen Antrag stellen müssen.
Wahlschein beantragen: Was muss ich tun?
Den Antrag für einen Wahlschein zur Landtagswahl in Thüringen können Sie schriftlich einreichen. Sie haben dazu einen Vordruck mit der Wahlbenachrichtigung per Post erhalten. Der Antrag befindet sich auf der Rückseite.
Sie können die Briefwahl auch online beantragen. Das Online-Formular für Ihre Gemeinde finden Sie hier auf der Webseite des Landeswahlleiters.
Sie können die Briefwahl in Thüringen zudem formlos per E-Mail, Fax, Brief oder mündlich im Gemeindebüro beantragen. Ein Antrag per Telefon ist nicht zulässig.
Der Antrag muss folgende Informationen beinhalten:
- Name
- Adresse
- Geburtsdatum
- Stimmbezirksnummer
- Nummer des Wählenden im Wählerverzeichnis
Wer seine Wählerverzeichnisnummer angibt, beschleunigt die Antragsbearbeitung, erklärt das Landeswahlamt Thüringen.
Wenn Sie den Antrag mündlich stellen, wird Ihnen die Gemeinde in der Regel eine Stimmabgabe vor Ort ermöglichen. Sie müssen Ihren Antrag auf Briefwahl grundsätzlich bis zum Freitag vor dem Wahlsonntag um 18 Uhr stellen. Wenn Sie plötzlich krank werden, können Sie den Antrag noch bis zum Wahltag um 15 Uhr einreichen.
Wenn Sie nicht zu Hause sind, können Sie sich den Wahlschein und die Unterlagen für die Briefwahl auch an eine andere Adresse senden lassen.
Briefwahl: Wie werden die Unterlagen ausgefüllt?
Den Briefwahlunterlagen ist ein Merkblatt mit einer Anleitung zur Stimmabgabe beigefügt. Es erklärt Ihnen, wie Sie bei der Briefwahl korrekt vorgehen.
Das Landeswahlamt Thüringen gibt folgende Vorgehensweise vor:
- Kennzeichnen Sie den Stimmzettel persönlich und legen Sie ihn in den kleineren grünen Stimmzettelumschlag. Kleben Sie den Umschlag zu.
- Unterschreiben Sie auf dem Wahlschein „Versicherung an Eides statt zur Briefwahl“ unter Angabe des Ortes und des Datums.
- Legen Sie den grünen Stimmzettelumschlag und den Wahlschein dann in den größeren roten Wahlbriefumschlag, kleben Sie diesen zu.
- Stecken Sie den roten Wahlumschlag in den Briefkasten oder geben Sie ihn in einer Postfiliale ab. Sie können ihn auch bei der darauf angegebenen Wahlstelle abgeben.
Briefwahl-Frist 2024: Bis wann muss der Wahlbrief zur Thüringen-Wahl abgeschickt werden?
Der Wahlbrief muss spätestens am Wahltag, also dem 1. September 2024, bis 18 Uhr bei der Wahlstelle eingegangen sein. Die richtige Adresse ist bereits auf dem roten Wahlbriefumschlag aufgedruckt.
Es empfiehlt sich, den Wahlbrief rechtzeitig vor dem Wahlsonntag abzuschicken. Vor allem, wenn Sie sich im Ausland aufhalten, sollten Sie den Brief früher verschicken, erklärt das Landeswahlamt Thüringen.
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Innerhalb Deutschlands kostet Sie der Versand des Wahlbriefs nichts. Wenn Sie ihn per Express, als Einschreiben oder aus dem Ausland abschicken, müssen Sie die zusätzlichen Gebühren selbst zahlen.
Björn Höcke - AfD
An der Spitze der Partei Alternative für Deutschland (AfD) steht der 52-jährige Björn Höcke. Seit 2014 ist er Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag und strebt nun das Ministerpräsidentenamt an. Nach Angaben der im Landtag vertretenen Parteien sei aktuell keine dazu bereit, mit der AfD zu koalieren.
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Foto: Bodo Schackow/dpaBodo Ramelow - Die Linke
2020 ist Bodo Ramelow erneut zum Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt worden. Er ist damit der erste Ministerpräsident in Deutschland, der von der Partei Die Linke gestellt wird. Der 58-Jährige führt eine Minderheitsregierung aus Linken, SPD und Grünen, die im Landtag keine Mehrheit besitzt und auf Kompromisse mit der Opposition angewiesen ist.
Foto: Hannes P Albert/dpaMario Voigt - CDU
Der 47-jährige Spitzenkandidat der CDU Mario Voigt will die eigene Partei nach zehn Jahren in der Opposition zurück in die Regierung führen. CDU-Chef Friedrich Merz hat ihm dabei freie Hand gelassen, eigenständig über mögliche Koalitionen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zu entscheiden.
Foto: Hannes P. Albert/dpaGeorg Maier - SPD
Für die SPD tritt der Landesparteichef und aktuelle Thüringer Innenminister Georg Maier im Wahlkampf an. Der 57-Jährige hofft auf ein zweistelliges Ergebnis, doch laut Umfragen liegt die Partei lediglich bei sechs bis neun Prozent.
Foto: Bodo Schackow/dpaThomas L. Kemmerich - FDP
Der 59-jährige Thomas Kemmerich war bereits kurzzeitig Ministerpräsident. Nach der letzten Landtagswahl wurde er mit den Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Ministerpräsidenten gewählt, was bundesweit Empörung auslöste. Dies führte zu einer Regierungskrise, woraufhin Kemmerich zurücktrat.
Nun wagt der 59-Jährige einen erneuten Versuch. Umfragen zufolge lag die FDP zuletzt unter drei Prozent und würde damit den Einzug in den Landtag nicht schaffen.
Foto: dpaMadeleine Henfling und Bernhard Stengele - Die Grünen
Die Grünen gehen mit einem Spitzenduo in den Wahlkampf: Die 41-jährige Landtagsabgeordnete Madeleine Henfling tritt gemeinsam mit dem 61-jährigen Landesumweltminister Bernhard Stengele an. Laut Umfragen kommen die Grünen aktuell nur auf vier bis fünf Prozent.
Foto: Martin Schutt/dpaKatja Wolf - BSW
Zum ersten Mal tritt das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bei der Landtagswahl in Thüringen an. Umfragen zufolge erzielt das BSW derzeit 16 bis 21 Prozent und überholt damit die Linkspartei.
Die Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende der BSW ist Katja Wolf. Sie trat bereits mit 16 Jahren in die Linke ein. Mit ihrem Wechsel zum BSW hat die 48-jährige Wolf nach der Landtagswahl Chancen auf ein Regierungsamt.
Wann und durch wen wird das Wahlergebnis ermittelt?
Das Wahlergebnis ermitteln Wahlhelferinnen und -helfer unmittelbar im Anschluss an die Wahl, also ab 18 Uhr am 1. September. Das Ergebnis für jeden Wahlbezirk stellt der jeweilige Wahlvorstand fest.
Wahlergebnis: Wo kann ich mich über das aktuelle Ergebnis der Thüringen-Wahl 2024 informieren?
Das endgültige Wahlergebnis können Sie nach Feststellung auf der Webseite des Landeswahlleiters einsehen. Außerdem wird es im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht. Am Wahlabend geben Wahlforschungsinstitute und Medien laufend Prognosen und Hochrechnungen bekannt. Diese sind jedoch kein amtliches Wahlergebnis.
Erstpublikation: 16.08.2024, 11:41 Uhr.