Atomenergie: Wie Lebewesen uns auch in zehntausend Jahren noch verstehen
Salzgitter. Endstation Salzgitter. Der Zug fährt gemächlich in den Bahnhof ein, an dessen Ende sich nur eine Planke befindet. Hier geht es nicht mehr weiter, was in einer gewissen Art und Weise symbolisch ist für die Behörde, die hier residiert. Im Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung wird die Endstation Atommüll geplant. Genau hier leitet Detlev Möller ein Team, das kaum jemand kennt. Und doch retten sie womöglich mal Deutschland.
Denn Möller spricht mit der Zukunft. Oder versucht es zumindest. Möller ist beim Bundesamt für einen Plan zuständig, wie man nachfolgende Generationen vor der hochradioaktiven Gefahr im zukünftigen Endlager warnt.
Das wirft einige grundlegende Fragen auch jenseits der Atomdebatte auf: Wie kann Sprache aussehen, dass sie auch in einer Million Jahren noch verstanden wird? Gibt es kulturelle Codes, die die Zeit überdauern? Und an wen richten wir uns eigentlich, wenn wir von Lebewesen in der Zukunft sprechen?
Atommüll muss eine Million Jahre lang sicher sein
Derzeit verweilt der deutsche Atommüll in 16 Zwischenlagern im Land, ein Endlager wird gesucht – und frühestens im Jahr 2074 gefunden. Das hat ein Gutachten des Freiburger Ökoinstituts ergeben, beauftragt vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung. Nach dieser Suche muss das Endlager erst einmal gebaut werden.