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Start-up-Investor Rocket Internet will mit Spac neue Börsenkandidaten suchen

Wenige Monate nach dem Rückzug vom Aktienmarkt legt der Investor eine neue Mantelfirma auf. Damit könnte Rocket Internet ein Start-up an die Börse bringen.
10.02.2021 Update: 10.02.2021 - 13:26 Uhr Kommentieren
Noch im Herbst hatte die Firma den Abschied damit erklärt, es gebe außerhalb der Börse zunehmend attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen – zu geringeren Kosten. Quelle: dpa
Rocket Internet

Noch im Herbst hatte die Firma den Abschied damit erklärt, es gebe außerhalb der Börse zunehmend attraktive Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen – zu geringeren Kosten.

(Foto: dpa)

Hamburg Der Berliner Start-up-Investor Rocket Internet will mit einer börsennotierten leeren Unternehmenshülle auf die Suche nach neuen Börsenkandidaten gehen. Die Rocket Internet Growth Opportunities mit Sitz auf den Kaimaninseln reichte in der Nacht zum Mittwoch den Prospekt für einen Börsengang in New York bei der US-Marktaufsicht SEC ein.

Ein Börsenmantel (Spac, Special Purpose Acquisition Company) erleichtert es, Unternehmen aufs Parkett zu bringen. Sie sind gewissermaßen ein leeres Vehikel, das bereits vorsorglich in den Handel gebracht wird. Mit diesem Mantel kann ein Unternehmen verschmelzen, um börsennotiert zu sein. Damit erhält es Zugang zum Kapitalmarkt – allerdings ohne dass ihm durch den Börsengang zwingend neues Kapital zufließt.

Lesen Sie hier: Wie funktioniert die Börse?

Derzeit sind solche Spacs beliebt, um unterbewertete Unternehmen auf der Abkürzung an die Börse zu bringen.

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    Im aktuellen Fall geht es offensichtlich nicht darum, dass Rocket Internet selbst an die Börse zurückkehren soll. Im Herbst hatte Firmenchef Oliver Samwer die Aktie unter Kritik von Aktionärsschützern aus dem geregelten Handel genommen. Er begründete das damit, dass es inzwischen hinreichende Finanzierungsmöglichkeiten außerhalb der Börse gebe. Zudem ermöglicht ihm der Börsenrückzug den Verzicht auf umfangreiche Berichtspflichten.

    Allerdings wird das Papier immer noch an der Hamburger Wertpapierbörse gehandelt. Nachdem bekannt wurde, dass sich der aktivistische Investor Paul Singer ein Aktienpaket gesichert hat, stieg der Kurs zuletzt.

    Samwer schwebt laut der Veröffentlichung ein Technologie-Unternehmen, vorzugsweise außerhalb der USA, vor, das vom Digitalisierungsboom profitiert und zumindest auf dem Weg zu schwarzen Zahlen ist. Dazu könnten Internet-Marktplätze, E-Commerce-Firmen, Fintechs oder Technik-Start-ups aus der Gesundheitsbranche gehören.

    Daran gebunden ist Rocket nicht, solange am Ende die Aktionäre der Übernahme zustimmen. Rocket Internet Growth Opportunities hat nun 24 Monate lang Zeit, ein Unternehmen zu finden, das unter sein Dach schlüpfen und auf diese Weise an die Börse gehen kann.

    Spacs sind in Mode

    Für Rocket Internet ist die Wall Street kein Neuland: So hat der Konzern auch den von ihm gegründeten afrikanischen Händler Jumia an die New Yorker Börse gebracht, allerdings mit einem klassischen Börsengang. Mit dem Spac betätigt sich Rocket nun noch stärker als allgemeiner Finanzinvestor. In den vergangenen Jahren hatte sich das Unternehmen bereits über das Kerngeschäft, den Aufbau von Start-ups, hinaus etwa in Immobiliengeschäfte begeben.

    Die neue Mantelgesellschaft will bei Investoren mit der Ausgabe von Aktien für je zehn Dollar bis zu 287,5 Millionen Dollar einsammeln. Rocket Internet hält nach dem Börsengang 20 Prozent der Aktien an dem Spac, bei dem Rocket-Chef Oliver Samwer Verwaltungsratschef ist. Geführt wird die Firma von Rocket-Vorstandsmitglied Soheil Mirpour. Begleitet wird der Börsengang von der Citigroup.

    Börsengänge von Spacs sind in den USA schwer in Mode und eröffnen vielen Unternehmen eine Abkürzung an den Kapitalmarkt. Auch in Deutschland bringen sich die ersten Initiatoren solcher Börsenmäntel in Position. Der Schweizer Wagniskapitalgeber Lakestar arbeitet Finanzkreisen zufolge an einem Spac-Börsengang in Frankfurt.

    In dem Prospekt verweist Rockets Spac ausdrücklich auf die Erfahrung von Rocket Internet bei der Entwicklung von Start-ups zu Börsenkandidaten. Von den Beteiligungen des Investors haben es unter anderem Hellofresh, Delivery Hero, Zalando, Westwing und die Global Fashion Group an die Börse geschafft. Diese Beteiligungen sind größtenteils längst verkauft und bescherten Rocket ein großes Kapitalpolster.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Das boomende Geschäft mit Börsenmänteln kommt nach Deutschland

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