Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

T-Mobile und Sprint Wie John Legere die Fusion vor Gericht durchkämpft

Der T-Mobile-Chef hat die Telekom-Tochter groß gemacht. Jetzt kämpft er im Zeugenstand um die Krönung seiner Karriere: die Fusion mit Sprint.
13.12.2019 - 23:30 Uhr Kommentieren
Für John Legere soll die Fusion von T-Mobile und Sprint die Krönung seiner Karriere bei der US-Mobilfunktochter der Telekom werden. Quelle: Reuters
T-Mobile-Chef

Für John Legere soll die Fusion von T-Mobile und Sprint die Krönung seiner Karriere bei der US-Mobilfunktochter der Telekom werden.

(Foto: Reuters)

New York Wie ein zu hoch gewachsener Schuljunge sitzt John Legere rechts von dem Richter im Zeugenstand. Die Hände unter dem schweren Holzpult versteckt, beantwortet der langhaarige CEO der US-Mobilfunktochter der Telekom, T-Mobile, brav die Fragen des Anwalts der Anklage. Für diesen Tag hat sich Legere für seine Verhältnisse sogar äußerst schlicht gekleidet: Statt des üblichen magentafarbenen T-Shirts beschränkt er sich auf magentafarbene Krawatte und T-Logo auf dem schwarzen Jackett.
Es ist eine neue Rolle für den 58-jährigen Manager mit dem Rebellen-Image. Für Legere geht es hier im Raum 23b des US District Court des südlichen Bezirks von New York um die Krönung seiner Karriere. Im Jahr 2012 hat er die Führung des damals kriselnden Mobilfunkunternehmen übernommen. Seitdem hat er aus T-Mobile den am schnellsten wachsenden Anbieter der USA gemacht.

Im April 2018 hatte Legere die Übernahme von Sprint angekündigt und kämpft seitdem für deren Umsetzung. Die Aufsichtsbehörden haben die Fusion bereits mit Auflagen genehmigt. Doch in diesen Tagen muss er noch den Richter in Manhattan überzeugen, dass eine Klage von insgesamt 14 Bundesstaaten grundlos ist. Die Staaten fürchten, dass die Preise für die Verbraucher steigen, wenn die Nummer Drei und die Nummer Vier zusammengehen.

John Legere hat zwar bereits angekündigt, dass er Ende April sein Amt niederlegen wird, und wurde zwischendurch auch schon als möglicher neuer WeWork-Chef gehandelt. Aber bis dahin will er die Fusion von Sprint und T-Mobile noch über die Bühne bringen. Von dem Abschluss hängt für ihn nicht nur die Hälfte seines 37 Millionen Dollar schweren Fusions-Bonus ab. Für ihn ist es auch der bisher letzte Akt seiner Karriere.

Jahrelang war der Mann mit den schütteren langen Haaren das Gesicht von T-Mobile. Ob beim Joggen im Twitter-Livestream oder in Magenta-Kochmütze in seiner eigenen Kochshow: Legere war nichts zu peinlich, um sich und die Marke T-Mobile kundennah zu präsentieren. Die Platzhirsche der Branche, Verizon und AT&T, bezeichnete er gerne als „Dumm und Dümmer“.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Charismatischer Anführer

    „John Legere ist ein sehr effektiver und charismatischer Anführer“ lobt der Gründer der Branchenberatung Recon Analytics Roger Entner. Er habe den Mut gehabt, es radikal anders zu machen und der Erfolg gebe ihm recht. „T-Mobile USA ist inzwischen mit das effizienteste Mobilfunkunternehmen der Branche“, stellt Entner fest. Es sei sehr gut geführt und Entscheidungen könnten auf niederer Eben getroffen werden als bei der Konkurrenz. Auch der Kundenservice sei dank ihm inzwischen der Beste er Industrie.

    John Legere sei aber auch „ein Chamäleon, das in jede Rolle schlüpft, die gebraucht wird“, bemerkt Entner. Tatsächlich sah der Manager vor seiner Zeit bei T-Mobile auch äußerlich ganz anders aus: Vor 17 Jahren hatte er nach zwei Jahrzehnten bei AT&T und ein paar Jahren bei Dell den Chefposten des angeschlagenen Unternehmens Global Crossing übernommen. Dort spielte er den Wall-Street-Typen: Im dunklen Anzug und mit zurückgegelten Haaren saß er damals wie ein Gordon-Gecko-Verschnitt im Kongress und musste sich dem Kreuzverhör der Politiker stellen, weil er als harter Sanierer selbst großzügige Gehälter bezog.

    Heute spielt er im Zeugenstand die Rolle des gezähmten Rebellen. „T-Mobile wird die Preise senken“, wiederholt er immer wieder mit ruhiger, fast sanfter Stimme. „Wir werden das beste 5G-Netz auf der Erde haben“, prophezeit er. Aber das sei nur möglich, wenn die Fusion durchgehe. Sollte es nicht dazu kommen, werde Sprint voraussichtlich in Einzelteilen verkauft, mahnt Legere.

    Als ihn der Anwalt der Bundesstaaten. Glenn Pomerantz fragt: „Stimmt es, dass es zig Millionen Kunden gibt, die Sprint gewählt haben?“, bringt Legere mit seiner Antwort sogar den Richter zum Grinsen: „Ja, es gibt zig Millionen Sprint-Kunden, die es nicht abwarten können, endlich T-Mobile-Kunden mit unserem Service zu werden“.

    Mehr: Auch Telekom-Chef Tom Höttges stand diese Woche in den USA bereits im Kreuzverhör. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema.

    Startseite
    Mehr zu: T-Mobile und Sprint - Wie John Legere die Fusion vor Gericht durchkämpft
    0 Kommentare zu "T-Mobile und Sprint: Wie John Legere die Fusion vor Gericht durchkämpft"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%