Abschiebungen: In den USA wird Abschiebehaft zum Milliardengeschäft
Washington, New York. In Leavenworth, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Kansas, sind die Sorgen der Bewohner groß. Mehr als 1000 Menschen könnten hier bald zusätzlich leben – nicht in Wohnsiedlungen, sondern im Gefängnis. Die US-Einwanderungsbehörde ICE will das Leavenworth Detention Center, eine stillgelegte Haftanstalt, wieder in Betrieb nehmen lassen.
Wo einst Schwerverbrecher einsaßen, dürften künftig jedoch weniger auffällige Insassen festgesetzt werden: Das Gefängnis soll als Abschiebehaft für illegale Migranten dienen.
Am Samstag gingen wieder einmal Dutzende Bürger in Leavenworth auf die Straße. „Kein Mensch ist illegal“, plakatierten sie vor dem Rathaus. Und noch etwas stört sie an dem Plan: Betreiben soll die Einrichtung das private Gefängnisunternehmen Core Civic. Es könnte an der neuen Haftanstalt kräftig verdienen, indem es die Unterbringungsbedingungen menschenunwürdig verschlechtert, so die Warnung mehrerer Organisationen.