Tourismus: Die besten Reiseportale für Hotels, Flüge und Mietwagen
Köln. Wer steckt hinter einer Mietwagenfirma? Bei Check24 können Nutzer das schnell herausfinden. Nur zwei Mausklicks entfernt von der Startseite für die Mietwagenbuchung finden sich Kurzporträts der Anbieter – samt Weiterempfehlungsquoten. Solche Extras zahlen sich im Wettbewerb aus.
„Zu wissen, mit wem man es bei einer Buchung zu tun hat, schafft Vertrauen. Nicht jedes Portal bietet das“, sagt Jörn Hüsgen, Geschäftsführer des Deutschen Kundeninstituts. Das Düsseldorfer Marktforschungsunternehmen hat in einer Untersuchung die besten Portale für Mietwagen und Wohnmobile sowie Flüge, Hotels und Ferienwohnungen ermittelt. In der Kategorie Mietwagen belegt Check24 den ersten Platz.
Auch in den anderen Kategorien machten Portale mit großer Markenbekanntheit das Rennen – etwa Expedia bei Flugbuchungen oder Airbnb bei Ferienwohnungen. „Gerade Erstkunden suchen Portale nach Markenbekanntheit aus“, sagt Hüsgen. Das wiederum stärkt die Position der Etablierten weiter. „Es fließt neues Geld in die Kasse, mit dem ein Portal ausgebaut werden kann.“
Reiseportale: Service, Preis und Leistung im Vergleich
Bei der Bewertung der Qualität der Portale gewichtete das Institut die Nutzerfreundlichkeit sowie die Ausstattung des Vergleichsrechners mit 40 Prozent. Ebenso stark wurde das Preis- und Leistungsangebot berücksichtigt, also die Anzahl der Tarife und Abschlussmöglichkeiten. Die restlichen 20 Prozent entfielen auf den Kundenservice.
Der Mietwagen-Vergleichsrechner von Check24 weist vielfältige Filteroptionen wie zum Beispiel Fahrzeugkategorie, Autotyp, Navigationsgerät, Pannenschutz, Glasschutz, Reifenschutz und Anzahl der Türen auf. „Wichtig ist, beim Vergleichsrechner die goldene Mitte zwischen leichter Bedienbarkeit und gleichzeitigem Vorhandensein der wichtigsten Parameter zu finden“, sagt Hüsgen. Check24 gewährleiste eine intuitive Bedienbarkeit. So lassen sich die Ergebnisse nach günstigsten Preisen, aber auch den besten Empfehlungen anordnen.
Eine Auflistung nach einem aufsteigenden Preis ist keine Selbstverständlichkeit. „Bei manchen Portalen wird nicht ersichtlich, nach welchen Kriterien eine Auswahlliste im Anschluss an eine Buchungsanfrage erstellt wurde. Der Grund dafür könnte möglicherweise eine Kooperation der Portalbetreiber mit bestimmten Anbietern sein“, sagt Hüsgen.
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Ein weiteres mögliches Ärgernis bei Mietwagenportalen: Für Nutzer sei es schwierig zu vergleichen, was etwa als Klein‧wagen und was als Kleinstwagen angeboten wird. „Hier legen die Portale größtenteils eigene Kriterien fest.“
Hohe Preisunterschiede bei Mietwagen
Bei der Suche nach den günstigsten Preisen für eine Autoanmietung liegt Check24 bei den Mietwagenportalen indes nicht ganz vorn. Für den Vergleich legte das Deutsche Kundeninstitut verschiedene Profile mit festen Anforderungen an die Miete fest – also beispielsweise den Wunsch nach einem Kleinwagen für vier Tage mit einer Kilometerleistung von 1500 Kilometern. Bei zwei von drei Profilen hatte Swoodoo die Nase vorn.
Generell auffällig im Test waren die großen Preisunterschiede. Bei demselben Nutzerprofil lag das günstigste Auto bei 174 Euro und das teuerste Angebot bei 821 Euro. In der Kategorie Ferienwohnungen war bei den Portalen ein häufiges Problem, dass auch Angebote gezeigt wurden, die nicht am gewünschten Zielort lagen. Bis zu 50 Kilometer betrug die Distanz. Nutzer müssen also genau hinschauen, wenn sie eine Unterkunft buchen.
Positiv an Airbnb ist zudem, dass zu den ausgewiesenen Tarifen Kundenkommentare und von Nutzern vergebene Bewertungen angezeigt würden, sagt Hüsgen. Seit November dieses Jahres bietet Airbnb seinen Nutzern die Möglichkeit, Angebote nach den beliebtesten Ferienwohnungen zu filtern.
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Dass die Qualität der angebotenen Mietobjekte nicht immer die Erwartungen der Verbraucher erfüllt, hat das Deutsche Kundeninstitut auch bei der Untersuchung der Portale für Wohnmobile festgestellt. „Die angebotene Wagenklasse entspricht bei Mietwagen- und Reisemobilportalen nicht immer den Eingaben im Vergleichsrechner“, sagt Hüsgen. „Bei einem Angebot hatten wir den Eindruck, dass der Fahrzeughalter nur eine Matratze in einen Camper gelegt hat, um diesen als Wohnmobil auszuweisen. Aber so etwas ist die Ausnahme.“ In der Kategorie Wohnmobile schnitt Paul Camper am besten ab.
Reiseportale: Paul Camper überzeugt mit Service und Transparenz
Das Berliner Start-up wurde im vergangenen Jahr vom australischen Anbieter Camplify übernommen. Es vermittelt in Deutschland mehr als 1000 Fahrzeuge auf seinem Portal – überwiegend von privaten Anbietern. Paul Camper hatte bei zwei von drei getesteten Profilen und im Durchschnitt der drei geprüften Profile die günstigsten Angebote. Zudem zeigt die Website viele Bilder der Reisemobile und gibt Informationen zu Versicherungen, Ausstattung und Kosten. „Paul Camper ist damit einer der transparentesten Anbieter im Feld“, erläutert Hüsgen. Auch beim Kundenservice überzeugte Paul Camper.
Die Anfragen der Tester wurden inhaltlich ausreichend und darüber hinaus mit Zusatzinfos beantwortet. Die Antwortgeschwindigkeit zählte mit sechs Stunden und 13 Minuten zu den besten Werten. Ein guter Kundenservice sei eher ein Merkmal von Portalen mit weniger Marktmacht, hat Hüsgen beobachtet. „Die Großen legen hingegen verstärkt Wert auf den Ausbau ihres Vergleichsrechners.“ Beim Preis dagegen nähmen sich größere und kleine Portale wenig.
Den am höchsten bewerteten Kundenservice über alle Portale hinweg bietet Ebookers in der Kategorie Hotel. Die Tester heben hier unter anderem die Freundlichkeit der Mitarbeiter hervor. Doch auch der Vergleichsrechner brachte Ebookers viele Punkte ein. Eine der vielen Filtermöglichkeit ist ein Häkchen, das den Zweck der Reise angibt. Wer mit der Familie unterwegs ist, bekommt so auf Wunsch Angebote für kinderfreundliche Hotels. Ebookers ist ein Unternehmen der Expedia Group. Das Portal Expedia erreichte die höchste Punktzahl bei Flugportalen und wurde Zweiter bei den Hotels.
Kleine Reiseportale haben kaum noch Chancen
Auf Rang vier unter den Hotels findet sich Booking.com, das wie der Fünftplatzierte Momondo zu Booking Holdings gehört. Solche Verflechtungen sind typisch für Reiseportale. „Daher sind Weiterleitungen auf Angebotslisten kooperierender Portale üblich“, sagt Hüsgen. „Dies kann für die Nutzer verwirrend sein. Für sie ist es schwierig, den Überblick über die vielen Portale zu bewahren.“ Dass die Auswahl noch steigt, glaubt er indes nicht. „Kleine und unabhängige Portale haben nur geringe Chancen, sich zwischen den Großen zu etablieren.“
Erstpublikation: 28.11.2023, 13:37 Uhr.