Energie: US-Strompreis steigt viel stärker als die Inflation
New York. Donald Trump macht in diesen Tagen dort weiter, wo er am vergangenen Wochenende aufgehört hat. Erneut will die Regierung des US-Präsidenten die Baugenehmigung für einen Offshore-Windpark vorläufig widerrufen, dieses Mal im Bundesstaat Maryland.
Dabei hatte Trump erst einige Tage zuvor die Energiebranche geschockt, als er ein Großprojekt des Energiekonzerns Orsted gestoppt hat. Ein Windpark vor der Küste Rhode Islands, zu gut 80 Prozent fertiggestellt, darf vorerst nicht weitergebaut werden.
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Die Maßnahmen sind der jüngste Schritt der US-Regierung im Kampf gegen erneuerbare Energien. „Jeder Staat, der Windräder und Solaranlagen für die Stromversorgung gebaut und sich auf diese verlassen hat, erlebt einen rekordverdächtigen Anstieg der Strom- und Energiekosten“, begründet Trump das Vorgehen.
Die Problembeschreibung des US-Präsidenten stimmt. In den USA sind die Strompreise in den vergangenen Monaten deutlich stärker gestiegen als die allgemeine Inflation.
Die Gründe dafür seien jedoch andere, sagen Branchenverbände. Sie sehen die Ursachen im teuren Weiterbetrieb von Kohle- und Gaskraftwerken sowie in der steigenden Nachfrage durch Rechenzentren. Experten warnen inzwischen davor, dass die Energiepolitik der US-Regierung die Preise nur noch weiter in die Höhe treiben könnte.