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Energiekonzern„Dann wären alle 5000 Arbeitsplätze bedroht“ – Verdi warnt vor Uniper-Zerschlagung

Die Gewerkschaft fürchtet Pläne des finnischen Mutterkonzerns für den größten deutschen Gashändler. Man werde Widerstand leisten. 11.07.2022 - 14:13 Uhr Artikel anhören

Die Gewerkschaft Verdi sieht im Falle einer Zerschlagung des Energiekonzerns alle 5000 Arbeitsplätze in Deutschland bedroht.

Foto: Uniper

Düsseldorf. Die Gewerkschaft Verdi hat vor einer Zerschlagung des durch die Gaskrise in Schieflage geratenen Energiekonzern Uniper gewarnt. „Wir wollen Uniper als Ganzes erhalten“, sagte das Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, Christoph Schmitz, in einem am Montag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Vorschlag des finnischen Mutterkonzerns Fortum, Uniper umzubauen und die kriselnden Teile des Unternehmens unter staatliche Kontrolle zu stellen, laufe offensichtlich auf eine Zerschlagung hinaus. „Das lehnen wir strikt ab. Dann wären alle 5000 Arbeitsplätze in Deutschland bedroht.“

Uniper hat wegen der hohen Verluste im Gasgeschäft durch die Drosselung der Gaslieferungen Russlands den Staat um Hilfe gebeten und sich auch für einen Einstieg des Bundes ausgesprochen.

Die Bundesregierung hat Hilfe zugesagt, prüft neben einer Beteiligung aber noch andere Optionen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte erklärte, dass er auch den Mehrheitseigentümer aus Finnland in der Pflicht sieht. Fortum hatte gegen zunächst heftigen Widerstand im März 2020 die Mehrheit an Uniper übernommen und hält inzwischen knapp 80 Prozent der Anteile.

Fortum-Chef Markus Rauramo hatte Reuters am vergangenen Samstag gesagt: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Probleme bei dem Bezug von Gas mittelfristig anhalten und die Preise hoch bleiben oder weiter steigen. Deshalb sollten die systemkritischen deutschen Unternehmensteile unter die Kontrolle des Staates kommen, der über die erforderliche Kreditwürdigkeit verfügt.“

Warnung vor offenem Konflikt

Der Vorschlag Fortums ziele darauf ab, dass der Bund Eigentümer einer Tochtergesellschaft werde, in die ausschließlich alle Risiken eingebracht würden, kritisierte Gewerkschafter Schmitz. „Wenn sich Fortum mit seinem Vorschlag durchsetzen sollte, wird es einen offenen Konflikt mit uns geben.“

Uniper gehört zu den größten deutschen Energiekonzernen. Das Unternehmen mit weltweit insgesamt rund 11.500 Beschäftigten ist einer der wichtigsten Stromerzeuger des Landes. Uniper betreibt in Europa eine Reihe von Gas- und Kohlekraftwerken und verfügt über ein großes Handelsgeschäft mit Rohstoffen und Energieprodukten. Der Konzern solle erhalten bleiben, sagte Schmitz und fügte hinzu: „Dass es in einem solchen Prozess auch Restrukturierungen geben könnte, darauf sind wir gefasst.“

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Eine Beteiligung des Bundes direkt an Uniper, auch eine Mehrheitsbeteiligung, würde Verdi sehr begrüßen, betonte der Gewerkschafter. Der Bund könnte jederzeit wieder aussteigen. „Der Bund könnte gestalterisch mitwirken, auch bei einer Strategie in Richtung erneuerbarer Energien und Wasserstoff.“ Schmitz hofft auf eine rasche Entscheidung zur Hilfe für das Unternehmen. „Es ist eine ziemlich schwierige Situation, insbesondere für die Belegschaft.“

rtr
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