Interview: EnBW-Chef Mastiaux: Beim Energiesparen geht noch mehr – ohne einen Verlust an Lebensqualität
Der EnBW-Chef scheidet Ende September nach zehn Jahren an der Spitze des Energiekonzerns aus.
Foto: dpaDüsseldorf. EnBW-Chef Frank Mastiaux schlägt mit Blick auf den kommenden Winter Alarm: „Wir müssen definitiv Energie sparen, wo immer es geht. Und da geht noch viel mehr – ohne dass das jeweils einen Verlust an Lebensqualität bedeuten würde“, sagte der Chef des Energiekonzerns im Interview mit dem Handelsblatt. Jeder, Verbraucher und Unternehmen, müsse einen Beitrag leisten.
Die Kritik an der Aufforderung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, die Bürger sollten kürzer duschen, hält der Energiemanager jedenfalls für „deplatziert“. Vielmehr fordert er noch mehr Appelle aus der Politik. „Mit einer richtigen Kampagne, die die Bürger zum Energiesparen animiert, können und müssen wir noch mehr herausholen“, sagte Mastiaux. Die Gefahr, dass ansonsten Unternehmen ihre Produktion einstellen müssen und Lieferketten reißen, hält er für real.
Der 58-Jährige drängt die Bundesregierung auch zu einer raschen Entscheidung in der Atomfrage: „Wir haben der Bundesregierung dargelegt, was technisch machbar ist“, sagte Mastiaux: „Wir stünden für einen solchen befristeten Weiterbetrieb bereit, wenn er gewollt ist.“