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E-Commerce Konsumenten suchen nach Alternativen zu Amazon

Online häufen sich die Aufrufe zum Boykott von Amazon. Dabei profitieren in den USA auch lokale Händler von Corona – und früheren Investitionen.
07.05.2020 - 03:55 Uhr Kommentieren
Der Konzern profitiert von der Coronakrise. Quelle: Imago
Lange Schlange vor Walmart

Der Konzern profitiert von der Coronakrise.

(Foto: Imago)

New York Egal ob aus Frust über lange Lieferzeiten und ausgebuchte Time-Slots bei Whole Foods oder aus Protest gegen die schlechten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter: Bei vielen Internetshoppern hat die Suche nach Alternativen zu Amazon längst begonnen. „Amazon hat gerade Probleme mit seiner Lieferkette. Hier sind ein paar vertrauenswürdige Alternativen“, schrieb jüngst Wirecutter, eine Website mit Einkaufs- und Produktempfehlungen.

Als Alternativen zu Amazon nennt Wirecutter sowohl große Namen wie Target, Best Buy und Home Depot als auch Locally.com, eine Plattform, die lokalen Geschäften hilft, ihre Waren im Internet zu vertreiben.

Die Website Threshold.us dagegen hat es erklärtermaßen darauf angelegt, Amazon zu schaden. Sie ruft Amazon dazu auf, Steuern zu zahlen und seine Mitarbeiter anständig zu behandeln. Auf Threshold.us kann man auf „Cancel Prime“ klicken und bekommt eine Liste „ethischer Alternativen zu Amazon“. Da finden sich nicht nur Supermarktkooperativen und andere Online-Einkaufs-Bündnisse, sondern auch Ebay, Etsy und Craigslist und die große Kette Costco, die „sozial verantwortlich“ handele.

Auch auf Twitter häufen sich Boykottaufrufe. Der Journalist Brian Merchant hat keinen Zweifel: „An diejenigen von uns, denen die Hyperbequemlichkeit und Allgegenwart von Amazon den moralischen Kompass zu lange umgeworfen hat – lasst uns diesen Schock als Chance begreifen, um unsere Beziehung zu einem massiv unethischen und skrupellosen Unternehmen zu überdenken. Kein Amazon mehr.“

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    Bei Ebay zeigt sich bereits das gestiegene Interesse: Ebay hat in den USA in den letzten Wochen des ersten Quartals – also genau zu jener Zeit, als die Menschen wegen Corona zu Hause bleiben sollten – mehr umgesetzt als zuvor.

    Lernen in Höchstgeschwindigkeit

    Auch Branchenexperten sehen eine Verschiebung. „Im Lebensmittelbereich sehen jene Spieler, die in den letzten Jahren in die Kapazitäten ihrer verschiedenen Kanäle investiert haben, dass sich diese Investitionen in den jüngsten Wochen deutlich rechnen“, beobachtet Amanda Bourlier, Leiterin für Einzelhandel beim Marktforscher Euromonitor International.

    Das reicht vom klassischen Onlinehandel bis zur Möglichkeit, im Internet zu bestellen und die Ware auf dem Parkplatz abzuholen. Wer das bisher nicht eingeführt habe, lerne das gerade in Höchstgeschwindigkeit, ist Bourlier überzeugt.

    In den USA sieht sie als Profiteure der Krise und der Probleme bei Amazon allen voran Walmart und Target, die zuletzt massiv ihr Onlinegeschäft ausgeweitet haben. Aber auch lokale Spieler wie HEB und Meijer, die schon früh in neue Kanäle investiert haben, freuten sich derzeit über eine hohe Nachfrage.

    Mehr: Amazons unheimliche Macht – die Kritik am Onlineriesen wächst

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