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Ex-Douglas-ManagerDiese 2 Kritikpunkte brachten Halfmann als Vapiano-Chef zu Fall

Jochen Halfmann war einer der wenigen Branchenfremden in der Gastronomie. Das hat den Vapiano-Aktionären kein Glück gebracht. Nun muss er gehen.Christoph Kapalschinski 30.11.2018 - 19:24 Uhr Artikel anhören

Mit Jochen Halfmann verlässt ein ausgewiesener Marketing-Mann das Unternehmen.

Foto: dpa

Hamburg. Das Experiment, einen Nicht-Gastronomen die Restaurant-Kette Vapiano führen zu lassen, ist gescheitert. Am Freitagabend teilte das Unternehmen mit: „Jochen Halfmann legte heute im besten beiderseitigen Einvernehmen sein Mandat nieder und verlässt Vapiano.“

Das ist die Konsequenz eines dramatischen Kursverlustes: Seit dem Börsengang im Sommer 2017 hat sich der Aktienkurs auf zuletzt sieben Euro gedrittelt, weil Verlust und Schulden in diesem Jahr deutlich gestiegen sind. Nachfolger wird Cornelius Everke. Der 54-Jährige ist bereits seit dem Frühjahr für die internationalen Märkte zuständig.

Mit Halfmann verlässt ein ausgewiesener Marketing-Mann das Unternehmen, dessen Vertrag eigentlich noch zwei Jahre gelaufen wäre. Eigentlich war er im Sommer 2015 bei Vapiano angetreten, um das Unternehmen aus einer Krise zu führen. Damals schreckten Schlagzeilen um abgelaufene Zutaten die Kunden ab. Tatsächlich installierte der Betriebswirt nach seinem Antritt bei Vapiano schnell und mit Erfolg neue Hygiene-Regeln und Qualitätskontrollen. Auch der Börsengang gelang.

Doch 16 Monate nach dem Börsengang stimmen die Zahlen nicht. Insider meinen, das Unternehmen habe zu stark auf Expansion gesetzt, um eine Börsenstory bieten zu können. Im Streben nach schnellem Wachstum hat Vapiano Filialen übereilt eröffnet, deren Lage nicht so gut ist wie erhofft. Vor allem aus Schweden meldete Halfmann am vergangenen Mittwoch bei den Quartalszahlen einen schwachen Umsatz.

Zweiter Kritikpunkt: Vapiano machte operative Fehler – also in den Abläufen in den Restaurants selbst. Zu aufwändige Gerichte wie Rinderstreifen in Weinsauce sorgten an den Kochstationen für lange Wartezeiten. Gegenstrategien wie Bestellterminals im Restaurant rollt Vapiano zu langsam aus.

Jochen Halfmann

Der Vapiano-Chef kämpft gegen die nächste Nudelhaus-Krise an

Die Ideen, die Halfmann umsetzte, reichten nicht aus, um das versprochene Wachstum zu liefern. Obwohl inzwischen die Hälfte der Filialen per Online-Bestellung ausliefert, stagniert das Geschäft in den bestehenden Restaurants. „Bei Vapiano ist eine Mischung aus aggressiver Expansion und Schwächen im operativen Konzept zu beobachten“, meint Michael Lidl, Berater bei Treugast. Die Fehler seien hausgemacht – in einer an sich wachstumsstarken und gesunden Systemgastronomie-Branche.

Solche Vorwürfe treffen Halfmann besonders. Denn der Manager kann – anders als fast alle anderen in der Branche – nicht auf jahrelange Erfahrung im Gastro-Gewerbe verweisen. Seine Meriten hat er in vielen Jahren bei der Parfümeriekette Douglas erworben. Danach machte er kurz Station beim dänischen Modeschmuckfilialisten Pandora. Jetzt hat ihm der Großaktionär, die Mayfair Holding des Tchibo-Erben Günther Herz, offenbar das Vertrauen entzogen.

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Aufsichtsratschef Thomas Tochtermann betonte denn auch in der Mitteilung vom Freitag, mit Halfmanns Nachfolger Everke komme ein „erfahrener Gastronomieexperte an die Spitze von Vapiano.“ Der ehemalige Starbucks-Manager habe sich im vergangenen halben Jahr bereits bei Vapiano eingearbeitet.

Everke selbst kündigte an, stärker mit Franchise-Partnern wachsen zu wollen – also mit weniger eigner Kapitalbindung. Vor allem aber will er sich auf gastronomische Tugenden besinnen: „Alle Innovationen werden wir konsequent auf ein verbessertes Gasterlebnis sowohl im bestehenden Konzept als auch in den neuen Formaten ausrichten“, ließ er sich zitieren.

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