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Flugreisen Digitaler Impfpass, Tests vor Abflug, flexible Airlines: So kann der Sommerurlaub funktionieren

In vielen europäischen Ländern stehen die Zeichen auf Rückkehr in den Lockdown. Dennoch: Einiges spricht dafür, dass wir im Sommer wieder mehr reisen können.
03.04.2021 - 11:19 Uhr Kommentieren
Trotz der aktuell trüben Aussichten spricht einiges dafür, dass Reisen im Sommer wieder möglich sein werden. Quelle: imago images/CHROMORANGE
Flugreise

Trotz der aktuell trüben Aussichten spricht einiges dafür, dass Reisen im Sommer wieder möglich sein werden.

(Foto: imago images/CHROMORANGE)

Frankfurt Reisefrust statt Reiselust – die aktuelle Corona-Situation bringt Urlaubshungrige zur Verzweiflung. Ostern, traditionell die erste große Reisezeit eines Jahres, haben die meisten Bundesbürger abgeschrieben. Auch wenn es einige nach Mallorca geschafft haben. Der Urlaub an Pfingsten wackelt bedrohlich wegen des schleppenden Impftempos. Und die Sorge, dass auch die Sommersaison weitgehend ausfällt, wächst.

Doch trotz der aktuell trüben Aussichten gibt es einige Entwicklungen, die dafür sprechen, dass Reisen im Sommer wieder möglich sein werden. Selbst der überaus vorsichtige Kanzleramtschef Helge Braun hat kürzlich Urlaub noch in diesem Sommer in Aussicht gestellt: „Ich halte es für realistisch, dass im August Reisen wieder möglich sind“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Das sind die Gründe für den vorsichtigen Optimismus:

Die Entwicklung des „grünen Impfpasses“ kommt voran

In den nächsten Wochen wollen mehrere EU-Staaten Details für die Umsetzung des geplanten „grünen Passes“ besprechen. In dem digitalen Dokument sollen Impfnachweise, Tests und überstandene Infektionen hinterlegt werden – und zwar fälschungssicher. Das Ziel ist es, das Reisen innerhalb der EU zu ermöglichen, vielleicht in Zukunft auch darüber hinaus.

Bisher legt jeder Staat die Einreisebestimmungen selbst fest. Das soll sich mit dem neuen Impfpass ändern. Voraussetzung ist, dass sich die EU-Länder auf klare Vorgaben für das Dokument einigen – etwa die Frage, wie lange ein PCR-Test anerkannt wird oder wie viele Tage im Voraus er gemacht werden muss.
Der Druck auf die verantwortlichen Politiker ist groß, endlich Maßnahmen zu präsentieren, die nach vorn gerichtet sind. Vor allem die Mitgliedsländer, die wie etwa Österreich stark vom Tourismus abhängen, drängen darauf, den „grünen Pass“ schnell umzusetzen.

Regelmäßige Tests werden beim Reisen zur Routine

Seit einigen Tagen müssen alle Flugreisenden vor dem Rückflug einen Test machen. Das gilt unabhängig davon, ob sich der Startflughafen in einem Risikogebiet befindet oder nicht.

Nur wenn der Test negativ ausfällt, dürfen sie an Bord. Das Ergebnis kann auf dem Papier oder auch digital hinterlegt werden und muss der entsprechenden Fluggesellschaft vorgelegt werden.

Vorerst gilt diese Regelung bis zum 12. Mai. Doch sie könnte ein Vorgeschmack auf einen Baustein sein, mit dem Reisen künftig möglich gemacht wird. Zwar ist eine solche Testpflicht in einem kürzlich vom Bundesverkehrsministerium entwickelten Konzept nur für Rückreisende aus Hochrisikogebieten niedergeschrieben. Doch in der Branche wird angesichts der grassierenden Corona-Mutationen nicht ausgeschlossen, dass die aktuell geltende generelle Testpflicht bis weit ins laufende Jahr hinein verlängert wird.

Fluggäste, die nach dem Mallorca-Urlaub zurück nach Deutschland reisen wollen, müssen vor dem Rückflug einen negativen Corona-Test vorweisen. Quelle: Reuters
Warten auf den Covid-Test

Fluggäste, die nach dem Mallorca-Urlaub zurück nach Deutschland reisen wollen, müssen vor dem Rückflug einen negativen Corona-Test vorweisen.

(Foto: Reuters)

Jedenfalls richten sich Airlines und Reiseveranstalter darauf ein, einen Corona-Test möglichst nahtlos in die Abläufe der Reise einzubauen. „Impfen und Testen sind die wirksamsten Wege zur Pandemiebekämpfung und damit auch zur Rückkehr zu mehr Freiheitsrechten“, sagt Tui-Chef Friedrich Joussen. Solange der Großteil der Bürger noch nicht geimpft sei, „sollten wir deutlich mehr testen, auch bei Urlaubs- und Flugreisen“. Tui werde Urlaubern entsprechende Möglichkeiten anbieten.

Das Tempo beim Impfen wird deutlich steigen

Bislang geht die Impfkampagne in Deutschland eher langsam voran. Die Skepsis der Bundesbürger ist groß, dass sich hier bald etwas ändern wird.

Zuletzt hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz zugesagt, dass sich schon bald zehn Millionen Menschen pro Woche impfen lassen könnten. „Wir müssen jede Woche Millionen impfen, im März schon am Ende des Monats, im April, im Mai, im Juni“, sagte er. Im gerade abgelaufenen Monat März waren es allerdings deutlich unter zwei Millionen Impfungen pro Woche, die verabreicht wurden.

Doch ähnlich wie beim „grünen Pass“ sollte der Druck auf die Verantwortlichen in der Politik nicht unterschätzt werden, beim Impfen endlich effektiver und weniger bürokratisch vorzugehen. Der Handlungsdruck wird in den kommenden Wochen wachsen. Denn die Zahl der gelieferten Impfdosen wird sich deutlich erhöhen.

Die EU will den digitalen Impfpass bis zum Sommer realisieren. Quelle: imago images/Political-Moments
Digitaler Impfpass

Die EU will den digitalen Impfpass bis zum Sommer realisieren.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Im zweiten Quartal sollen die Hersteller nach letzten verfügbaren Daten insgesamt 77,1 Millionen Impfdosen nach Deutschland liefern, nach nur 18,3 Millionen in den ersten drei Monaten des Jahres. Im dritten Quartal sollen es 126,6 Millionen Dosen sein, im letzten Quartal dann noch einmal rund 100 Millionen Dosen.

Wie Bundesfinanzminister Scholz angesichts dessen auf zehn Millionen Impfungen pro Woche kommen will, bleibt zwar ein Rätsel. Dennoch: Das Impftempo wird bis Ende des zweiten Quartals deutlich zunehmen. Zusammen mit einer klar geregelten Teststrategie dürfte damit auch das Reisen spätestens im dritten Quartal für viele Bundesbürger wieder in greifbare Nähe rücken.

Airlines und Reiseanbieter werden das Angebot schnell ausbauen

Einen großen Engpass im Angebot müssen Reisende voraussichtlich nicht befürchten. Reiseveranstalter und Fluggesellschaften sind vorbereitet. Das hat das Beispiel Mallorca gezeigt. Kaum hatte das RKI die Insel aus der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen, begannen die Menschen, für Ostern zu buchen.

Airlines wie Eurowings oder Reiseveranstalter wie Tui reagierten sofort. Der Flughafenbetreiber Aena, der den Flughafen Palma de Mallorca verwaltet, geht laut „Mallorca Zeitung“ davon aus, dass in der Zeit zwischen dem 26. März und dem 5. April insgesamt 532 Flüge zwischen der beliebten Baleareninsel und deutschen Flughäfen stattfinden werden.

Damit liegt dieser Wert zwar noch rund um die Hälfte niedriger als das Flugaufkommen an den Ostertagen des Vorkrisenjahres 2019. Aber es ist ein kräftiges Plus im Vergleich zu den Wochen und Monaten davor. Und bei allen berechtigten Sorgen, dass die Öffnungen auf Mallorca vielleicht zu früh kommen – das Beispiel zeigt zumindest, dass das Urlaubsangebot innerhalb weniger Tage „hochgefahren“ werden kann, wenn es die Corona-Situation erlaubt.

Mehr: Mit diesen Maßnahmen wappnet sich Mallorca für den Oster-Ansturm

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