Interview: Amazon-Deutschland-Chef: „Verbesserungsbedarf gibt es überall, wir müssen uns jeden Tag neu erfinden “
Der neue Amazon-Deutschland-Chef Bräuniger muss nicht nur das Geschäft weiterentwickeln.
Foto: AmazonSeit Anfang des Jahres ist Rocco Bräuniger Deutschlandchef von Amazon, er löste Ralf Kleber ab, der 20 Jahre lang diesen Job gemacht hatte. Bräuniger muss nicht nur das Geschäft weiterentwickeln, sondern das Unternehmen auch immer wieder gegen Vorwürfe verteidigen, Amazon nutze seine starke Marktstellung aus.
Die Gewerkschaft Verdi will durch regelmäßige Streiks den Abschluss eines Tarifvertrags erzwingen, die Kartellbehörden untersuchen den Umgang mit den Handelspartnern auf dem Marktplatz.
Herr Bräuniger, nach Zahlen des Onlinehandelsverbands BEVH sind die Umsätze auf Onlinemarktplätzen in Deutschland im zweiten Quartal um 9,7 Prozent zurückgegangen. Konnte sich Amazon diesem Käuferstreik entziehen?
Man muss dabei sehen: Gerade das Geschäft unserer Verkaufspartner ist im vergangenen Jahr sehr stark gewachsen und dieses Jahr haben wir große Herausforderungen, etwa durch den Ukrainekrieg und die Lieferengpässe. In einigen Bereichen gibt es deshalb Rückgänge, aber im großen Ganzen hat sich der Kundenzuspruch positiv entwickelt. Die deutschen Zahlen veröffentlichen wir nicht, aber wir sind mit dem zweiten Quartal sehr zufrieden.