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Nahrungsmittel„Zweistellig wachsende Kosten“: Dr. Oetker kündigt höhere Preise für seine Produkte an

Der Nahrungsmittelhersteller hat seinen starken Corona-Umsatz gehalten. Doch Mehrkosten durch gestörte Lieferketten belasten das Geschäft.Katrin Terpitz 07.06.2022 - 14:53 Uhr Artikel anhören

Backzutaten waren in der Pandemie sehr gefragt. Doch die Kosten für die Rohstoffe wie Mehl steigen.

Foto: imago images/Waldmüller

Düsseldorf. Pizza, Pudding und Tiefkühltorten von Dr. Oetker und Coppenrath & Wiese dürften in diesem Jahr erneut teurer werden. Das kündigte die Nahrungsmittelsparte der Oetker-Gruppe am Dienstag bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr an. Das Unternehmen nannte „hoch zweistellig wachsende Kosten von Rohwaren“ als Grund.

Ähnlich sehe es bei Verpackungen, Transportleistungen und Energie aus. Verwerfungen in den globalen Lieferketten durch Coronapandemie und Ukrainekrieg verursachten „signifikante Kostensteigerungen“. Ziel sei es, möglichst wenig davon an die Verbraucher weiterzureichen und intern zu sparen.

Im Herbst bereits soll Dr. Oetker laut „Lebensmittelzeitung“ mit Forderungen nach 8,9 Prozent höheren Preisen etwa in die Verhandlungen mit Edeka gegangen sein. Wie viel die Bielefelder davon bei Deutschlands größtem Lebensmitteleinzelhändler durchsetzen konnten, ist nicht bekannt.

Trotz aller Widrigkeiten in der Beschaffung blickt die Nahrungsmittelsparte der Oetker-Gruppe auf ein stabiles Jahr zurück. „Es ist uns erfreulicherweise gelungen, den Umsatz des für uns besonderen Jahres 2020, in dem Dr. Oetker organisch um elf Prozent gewachsen ist, auch 2021 wieder zu erwirtschaften – und das trotz der teilweise merklich rückläufigen Entwicklungen in zahlreichen Märkten“, sagte Albert Christmann, Vorsitzender der internationalen Geschäftsführung von Dr. Oetker, am Dienstag. Für 2022 erwartet er ein leichtes Umsatzplus.

Backmischungen, Pizza und Pudding waren ein Gewinner der Pandemie. Die Bielefelder konnten den Umsatz 2021 bei 3,71 Milliarden Euro stabil halten. Details zum Gewinn nennt das Familienunternehmen traditionell nicht. Christmann spricht lediglich von einem „noch auskömmlichen Ergebnis“ – trotz spürbarer Verteuerungen bei der Beschaffung. Weltweit beschäftigt die Nahrungsmittelsparte knapp 18.000 Mitarbeiter.

Dr. Oetker hat Russland-Geschäft gestoppt

In Deutschland stiegen die Umsätze von Dr. Oetker bereinigt um 1,8 Prozent. Innovationen wie veganer oder Protein-Pudding sowie die Sauerteigfladen „La Mia Pinsa“ erweiterten das Sortiment. Zwei Drittel des Geschäfts erwirtschaftet der Nahrungsmittelproduzent allerdings im Ausland. Dort sanken die Umsätze im Schnitt um ein Prozent. Westeuropa und Polen waren besonders betroffen vom Abflauen des Pandemiebooms.

Die Umsätze der Conditorei Coppenrath & Wiese, die seit 2015 zu Dr. Oetker gehört, sanken um zwei Prozent. In Deutschland waren vor allem Handelsmarken weniger gefragt. Auch der britische Markt gestaltete sich nach dem Brexit schwierig.

Das Geschäft mit Russland hat Dr. Oetker inzwischen komplett eingestellt. Das Werk in Belgorod, das seit etwa 20 Jahren bestand, haben die Bielefelder jüngst an das örtliche Management veräußert. Zum Verkaufspreis wollten sich die Bielefelder nicht äußern. Oetker hatte nach dem Angriff auf die Ukraine seine Exporte gestoppt, die 150 Beschäftigten in Russland hatten nur noch Backpulver und Hefe produziert.

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Die Nahrungsmittelsparte erwirtschaftet etwa die Hälfte des Umsatzes der Oetker-Gruppe. Nach langem Familienstreit hatte sich das weitverzweigte Unternehmen im November 2021 aufgespalten. Die Nahrungsmittelsparte mit Backpulver und Tiefkühlpizza ging an die fünf Erben aus Rudolf-August Oetkers erster und zweiter Ehe. Sie übernahmen zudem die Brauereigruppe Radeberger Gruppe, den Lieferdienst Flaschenpost und einige Luxushotels.

Die drei Geschwister aus dritter Ehe erhielten die weltgrößte Sektkellerei Henkell Freixenet, die Backmittelfirma Martin Braun, die Chemiefabrik Budenheim, einige Hotels und die Kunstsammlung Rudolf-August Oetker.

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