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Onlinehandel Millionenfinanzierung: Berliner Logistik-Start-ups profitieren vom E-Commerce-Boom

Der Onlinehandel boomt in der Pandemie und mit ihm die Logistikbranche. Zwei Berliner Start-ups sichern sich nun frisches Geld für die Expansion.
15.04.2021 - 06:41 Uhr Kommentieren
Vom Boom beim Onlinehandel profitiert die Logistikbranche. Quelle: dpa
Pakete in einer Zustellbasis der Deutschen Post in Düsseldorf

Vom Boom beim Onlinehandel profitiert die Logistikbranche.

(Foto: dpa)

Hamburg Seit Beginn der Pandemie boomt der Onlinehandel. Laut Statista legte der E-Commerce in Europa 2020 um knapp 20 Prozent auf 377 Milliarden Euro zu. Damit wachsen auch die spezialisierten Logistikdienstleister. Zwei junge Berliner Unternehmen erhalten nun frisches Geld von Risikokapitalgebern, um sich mit dem Wachstumsimpuls zu internationalisieren.

Die größere Summe geht an das Versand-Start-up Seven Senders. Das 2015 gegründete Unternehmen hilft Händlern im grenzüberschreitenden Versand zwischen europäischen Ländern. Die Gründer Johannes Plehn und Thomas Hagemann bekommen weitere 32 Millionen Euro von ihren Bestandsinvestoren, den Risikokapitalgebern Digital+ Partners und Btov. Das will das Unternehmen am Donnerstag veröffentlichen, wie das Handelsblatt erfuhr.

„Die positive Marktentwicklung werden wir weiter nutzen und unsere Services ausbauen, auch mit Blick auf Händler außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums“, sagte Plehn. Konkret bedeutet das: Seven Senders will seinen Service auch Händlern aus China und den USA anbieten, die nach Europa versenden wollen. Vor allem der Versand von preisgünstiger chinesischer Unterhaltungselektronik an Endkunden in Europa hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.

Dabei stören lange Lieferzeiten – auch weil beim grenzüberschreitenden Handel vom Versender bis zum Endkunden oft mehrere unterschiedliche Transporteure im Spiel sind. Hier will Seven Senders helfen: Die Berliner suchen unter anderem datengestützt die schnellsten Paketlogistiker und bieten Paket-Tracking aus einer Hand an – über die verschiedenen europäischen Lieferdienste hinweg. Das soll den Händlern Geld sparen und besseren Service ermöglichen.

Seven Senders profitiert auch vom Brexit, der den Onlinehandel nach Großbritannien mit einer Zollgrenze erschwert. Seit Februar bieten die Berliner ihren Service für den Handel mit der Insel an.

Zuletzt hat Seven Senders auch Vertriebsbüros in Frankreich und den Niederlanden eröffnet, um dortige Händler als Kunden zu gewinnen. Mit der Finanzierung könnten bald auch Italien und Polen hinzukommen, sagte eine Sprecherin dem Handelsblatt. Zudem wolle Seven Senders in seine Technologie investieren.

Seit dem vergangenen März, also dem Beginn der Pandemie, hat das Unternehmen mit seinen gut 200 Mitarbeitern den Umsatz auf 100 Millionen Euro verdoppelt. Zu den Kunden zählen der Online-Optiker Mister Spex und der Modehändler Asos. „Seven Senders hat beim Ausbau des internationalen Versands die Chancen genutzt, die sich aus der insgesamt positiven Marktentwicklung ergeben haben“, lobte Digital+-Partner Patrick Beitel.

Gründer Plehn geht davon aus, dass der Markt auch nach der Pandemiezeit stark bleibt: „Ein Großteil der Nutzer hat erfahren, wie angenehm der Einkauf online sein kann, und wird das auch in ‚normalen‘ Zeiten nicht missen wollen. Entsprechend werden unseren Einschätzungen nach etwa 60 bis 80 Prozent des Booms Bestand haben.“ In den folgenden Jahren werde der E-Commerce von dem höheren Niveau weiter stabil wachsen, erwartet er.

Geldpolster dafür hat er jetzt. Laut „Crunchbase“ hat Seven Senders vor der aktuellen Runde bereits insgesamt 22,5 Millionen Euro eingesammelt.

Earlybird stützt den Fulfillment-Anbieter Hive

Den Schwung in der Branche nutzt in dieser Woche auch ein anderes Berliner Gründerteam. Der Investor Earlybird meldet, dass der E-Commerce-Logistiker Hive 6,6 Millionen Euro Anschubfinanzierung erhält. Auch Earlybird nannte den Boom des E-Commerce als einen Grund. Hive richtet sich ebenfalls an Händler.

Das Start-up übernimmt das Fulfillment – also beispielsweise Lagerung und Versand von Waren. Es will sich damit als eine Alternative für ähnliche Händlerangebote etwa von Amazon positionieren. Mitgründer Oskar Ziegler erklärte: „Wir wollen das Geld aus der Seed-Runde nutzen, um unser Produktangebot auszubauen, neue Märkte zu erschließen und unser Team in Berlin zu vergrößern.“

Mehr: Der Wettkampf um E-Commerce bei Lebensmitteln

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