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  4. Von Segmüller zu Kika/Leiner: Gütebier wird Chefsanierer

SanierungReinhold Gütebier soll Einrichtungskette Kika/Leiner aufmöbeln

Signa-Gründer René Benko holt den Vertriebschef des Möbelhauses Segmüller als Sanierer zu Kika/Leiner. Reinhold Gütebier soll die Kette strategisch neu aufstellen.Hans-Peter Siebenhaar 23.09.2018 - 18:06 Uhr Artikel anhören

Branchenprofi Reinhold Gütebier wird Chefsanierer der verlustreichen österreichischen Möbelhauskette Kika/Leiner.

Foto: (c) GŸtebier

Wien. Die Freude über einen Neuzugang aus Deutschland ist im Wiener Palais des Immobilien- und Handelskonzerns Signa groß. Reinhold Gütebier wird Chefsanierer der verlustreichen österreichischen Möbelhauskette Kika/Leiner. Bisher war der 66-Jährige Sprecher der Geschäftsführung der Möbelhauskette Segmüller aus Friedberg bei Augsburg. Signa, der Konzern des Tiroler Unternehmers und Milliardärs René Benko, hat Kika/Leiner erst im Juni übernommen.

Durch die finanzielle Schieflage des südafrikanischen Eigners Steinhoff drohte dem Traditionsunternehmen der Alpenrepublik die Insolvenz.

„Die Chancen und die strategische Neuaufstellung des österreichischen Traditionsunternehmens Kika/Leiner sind einzigartig“, sagte Gütebier zu seiner Motivation. Benko und sein Führungsteam sind glücklich, Gütebier für die schwierige Aufgabe als Restrukturierer gefunden zu haben, berichten Insider in Wien. Aufsichtsratschef Wolfram Keil sprach von einem „der profundesten Kenner und Vollprofi der Branche“.

Bei Signa ist man überzeugt, dass Gütebier sehr gut zu Darius Kauthe passen wird, der gerade als Finanzchef zu Kika/Leiner geholt wurde. Man wollte unbedingt jemanden haben, der wisse wie ein traditioneller Mittelständler geführt werde. Und in der Möbelbranche sei die Auswahl an verfügbaren Managern nicht allzu groß. Auf keinen Fall sollte es ein CEO etwa von Ikea sein, berichten Insider. So ein Manager hätte zu Kika/Leiner und den Plänen von Signa nicht gepasst.

Die Aufgabe von Gütebier ist es, Kika/Leiner „zurück zu den Wurzeln“ zu führen, also wieder näher an die österreichischen Kunden heran. Aus Kika solle nicht mit Gewalt ein digitales Unternehmen oder ein „österreichisches Home24“ gemacht werden, berichten Signa-Insider. Die Digitalisierung sei ein Langfristziel, habe aber zunächst keine Priorität.

René Benko investiert in Kika/Leiner

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Eigentlich wollte der 66-jährige Gütebier Ende August in Rente gehen. Doch dem Menschenfänger Benko und seiner Führungsriege ist es gelungen, Gütebier nach St. Pölten (Niederösterreich) zu locken. Gütebier arbeitete 22 Jahre für Segmüller. Der 1925 gegründete Möbelhändler besitzt acht Standorte in Westdeutschland.

Viel Zeit für den Umzug wird Gütebier nicht bleiben. Bereits am 8. Oktober wird er als Sanierer in Österreich starten. Die Aufgabe wird anstrengend. Denn er muss den Mittelständler in St. Pölten nach dem Chaos der vergangenen Monate neu positionieren und in drei Jahren in die Gewinnzone bringen. Sowohl die Kunden als auch Lieferanten und Mitarbeiter sind nach der Beinahe-Pleite verunsichert.

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Mit den Arbeitnehmervertretern wurde vor Kurzem ein Sozialplan ausgehandelt – 830 müssen gehen. Vier Filialen und zwei Logistikzentren sind bereits geschlossen worden.

Die verlustreiche Möbelhandelskette Kika/Leiner ist seit Juni Teil der Signa Retail, der Handelssparte des österreichischen Milliardärs René Benko. Signa Retail erzielt mit 25.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro. Kürzlich hatte Benko die Fusion seiner Warenhauskette Karstadt mit dem bisherigen Konkurrenten Kaufhof verkündet.

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