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SportartikelherstellerAdidas erwartet trotz Ukraine-Krieg zweistellige Wachstumsraten – Aktie stärkster Wert im Dax

Die Herzogenauracher sind zuletzt langsamer gewachsen als Lokalrivale Puma. Doch die Börse feierte die angehobene Prognose mit einem deutlichen Kursanstieg.Axel Höpner 09.03.2022 - 16:21 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Aktionäre sind mit der neuen Prognose des Sportartikelherstellers zufrieden.

Foto: Reuters

München. Der Onlineshop von Adidas hat noch vor wenigen Tagen Trikots der russischen Nationalmannschaft in Kindergrößen zum halben Preis angeboten. Inzwischen sind dort Produkte mit Bezug zu Russland verschwunden: Die Partnerschaft mit dem russischen Fußballverband ist ausgesetzt, alle eigenen Geschäfte in dem Land sind geschlossen

Als Folge rechnet der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt in diesem Jahr mit Umsatzeinbußen von bis zu 250 Millionen Euro im Russlandgeschäft. Im vergangenen Jahr trugen die Geschäfte mit dem Land noch eine halbe Milliarde Euro zum Konzernumsatz bei. „Als Unternehmen verurteilen wir jede Form von Gewalt und zeigen uns solidarisch mit allen, die zum Frieden aufrufen“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch bei Vorlage der Bilanz.

Geschäftlich ist Russland nicht die einzige Region, die dem Adidas-Chef Sorgen bereitet. In China gingen die Erlöse im vierten Quartal 2021 um 24 Prozent zurück. In dem Land gibt es einen Boykott westlicher Marken, zudem hatte Adidas nicht immer die für den chinesischen Markt richtigen Produkte im Angebot.

2021 kletterten die Adidas-Umsätze um 16 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro. Ohne die Probleme in den Lieferketten, Coronaeffekte und die Probleme in China hätte der Konzern demnach 1,5 Milliarden Euro mehr erzielen können. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften hat sich 2021 derweil auf knapp 1,5 Milliarden Euro mehr als verdreifacht. Das Jahr zuvor war wegen weltweit mehrerer Lockdowns besonders schwer gewesen.

Insgesamt aber profitiert der Dax-Konzern davon, dass Sport in Coronazeiten boomt. In Europa, Nordamerika und anderen wichtigen Regionen laufen die Geschäfte gut. Und so rechnet Rorsted in diesem Jahr trotz aller geopolitischen Herausforderungen mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn. Die Erlöse sollten um währungsbereinigt elf bis 13 Prozent steigen.

Adidas-Aktie zeitweise stärkster Wert im Dax

Angesichts der unsicheren Zeiten ist das eine vergleichsweise optimistische Prognose. Die Börse honorierte das. Mit einem Anstieg von zeitweise mehr als zwölf Prozent auf gut 208 Euro war die Adidas-Aktie am Mittwoch zeitweise stärkster Wert im Dax. Die Umsatzprognose sei höher ausgefallen als erwartet, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Adam Cochrane. Seit dem Hoch von mehr als 330 Euro im vergangenen Sommer hatte der Anteilsschein - wie viele andere Aktien im Dax auch - deutlich an Wert verloren.

Insgesamt sind die Herzogenauracher im vergangenen Jahr aber langsamer gewachsen als der kleinere Lokalrivale Puma. Der konnte seine Umsätze um 32 Prozent auf erstmals 6,8 Milliarden Euro steigern. Für das laufende Jahr prognostizierte Puma-Vorstandschef Björn Gulden ein Wachstum von mindestens zehn Prozent.

Branchenprimus ist der US-Sportartikelhersteller Nike mit zuletzt mehr als 44 Milliarden Dollar Umsatz. Allerdings hatten auch die Amerikaner in den vergangenen Monaten Probleme mit der Verfügbarkeit ihrer Produkte.

Eine der größten Herausforderungen für Adidas bleibt derzeit aber der langjährige Wachstumsmarkt China. Im Gesamtjahr 2021 stiegen die Umsätze hier zwar um drei Prozent. Die chinesischen Anbieter seien aber erstmals schneller gewachsen als die westlichen Marken, räumte Rorsted ein. Adidas wolle daher stärker als chinesisch wahrgenommen werden. Das Unternehmen hat jüngst seinen Chinachef ausgetauscht und will mehr vor Ort spezifisch für den Markt entwickelte Produkte anbieten.

In diesem Jahr solle das Wachstum in China auf einen mittleren einstelligen Prozentwert beschleunigt werden, sagte Rorsted. Der Adidas-Chef glaubt nicht, dass die angeführten Probleme die Mittelfristplanung seiner „Own the Game“-Strategie gefährden. Die Menschen wollten auch in unsicheren Zeiten täglich Sport treiben. In der Pandemie haben zudem viele Menschen Sport als Ausgleich für sich entdeckt. Der kommende Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll so laut Geschäftsausblick zwischen 1,8 und 1,9 Milliarden Euro liegen.

Fußball-WM in Katar soll neue Impulse geben

Der Konzern verspricht sich 2022 unter anderem von der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar Impulse. Insgesamt sei Adidas stark bei Themen wie Fußball und Teamsport, Lifestyle und Fitness, heißt es bei einem großen Händler. Auch im Outdoor-Bereich habe sich der Konzern mit Terrex nach langen Bemühungen eine gute Position verschafft. Im boomenden Laufbereich, in dem Rorsted in den nächsten Jahren klar wachsen will, gebe es aber noch Nachholbedarf.

Angesichts der globalen Herausforderungen möchte Adidas die Anteilseigner mit einer Erweiterung der bereits versprochenen Aktienrückkäufe bei Laune halten. Nach Abschluss des Verkaufs der kriselnden US-Marke Reebok will der Konzern eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Euro zurückerwerben – über das bestehende Programm hinaus.

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Die langfristigen Prognosen in der Branche sind gut. Laut einer Studie von Boston Consulting soll der globale Handel mit Sportartikeln bis 2025 um jährlich sieben Prozent auf 670 Milliarden Dollar wachsen. Im E-Commerce erwarten die Experten zweistellige Wachstumsraten.

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