Autobauer: BMW im Bilanzcheck: Warum ist der Konzern so wenig wert?
Mit einer Marktkapitalisierung von 56 Milliarden Euro ist der Dax-Konzern nicht einmal so viel wert wie das bilanzielle Eigenkapital.
Foto: HandelsblattMünchen. Es läuft wieder bei BMW. Das Corona-Jahr 2020 hat der Konzern ohne Verlust abgeschlossen. Seit dem Herbst arbeiten die Fabriken wieder unter Volldampf. Das vierte Quartal 2020 und die ersten drei Monate 2021 waren die verkaufsstärksten der Firmengeschichte.
Mit dem „i4“ und dem SUV „iX“ bringt BMW in diesem Jahr endlich zwei konkurrenzfähige Elektroautos auf den Markt. Seit dem Höhepunkt der Coronakrise im März 2020 hat sich der Kurs verdoppelt. Für 2020 erhalten die Aktionäre 1,90 Euro je Stammaktie.
Dennoch ist der Blick auf die Börse für Konzernchef Oliver Zipse ernüchternd. Mit einer Marktkapitalisierung von 56 Milliarden Euro ist BMW nicht einmal so viel wert wie das bilanzielle Eigenkapital mit gut 61 Milliarden Euro. Erstaunlich für ein Unternehmen, das den Anspruch hat, die Autoindustrie von der Spitze an zu führen.
Die Kritik, die oft laut wird: BMW habe Stromantriebe und Vernetzung in den vergangenen Jahren zu halbherzig betrieben. „BMW hinkt Tesla und Volkswagen hinterher“, kritisiert Janne Werning von der Fondsgesellschaft Union Investment. Die Rivalen seien mit ihren Elektro- und Digitalisierungsplänen derzeit attraktiver für Investoren.