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Autoindustrie BMW tastet sich wieder an Wasserstoff heran

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wirbt bei BMW für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. Konzernchef Oliver Zipse bleibt vorsichtig.
24.07.2020 - 13:41 Uhr Kommentieren
Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister, besucht das Forschungszentrum des Automobilherstellers BMW. Quelle: dpa
Minister auf Stippvisite

Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister, besucht das Forschungszentrum des Automobilherstellers BMW.

(Foto: dpa)

München Der BMW-Konzern hält sich den Einstieg in die Massenproduktion von Brennstoffzellen-Autos offen. Ab 2022 wollen die Münchener in einer Kleinserie den Geländewagen X5 mit Brennstoffzellen von Kunden testen lassen. Ab 2025 hält BMW-Chef Oliver Zipse dann den Einsatz einer Großserie für möglich. „Je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, hat die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie das Potenzial, eine weitere Säule im Antriebsportfolio der BMW Group zu werden.“

Zipse empfing am Freitag Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im BMW-Forschungszentrum in Garching bei München. Altmaier hat ein sieben Milliarden Euro schweres Programm aufgesetzt, das Wasserstoff zu einem zentralen Energieträger der deutschen Wirtschaft machen soll. Neben der Chemie- und Stahlindustrie soll vor allem der Verkehr auf den lokal emissionsfreien Energieträger umgestellt werden.

„Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie und den im Konjunkturpaket zur Umsetzung zugesagten Milliarden hat die Bundesregierung ein deutliches Zeichen gesetzt“, sagte Altmaier. „Die marktfähige Umsetzung der Wasserstoff-Technologien liegt aber bei den Unternehmen.“ Er sei sehr dankbar, dass es in Deutschland viele Betriebe wie BMW gebe, die Vision, Mut und Innovationskraft hätten, diese Technologie zu einem Markterfolg zu machen.

Tatsächlich gehört die Autoindustrie in Deutschland derzeit nicht zu den Treibern der Wasserstoffwirtschaft. Nach dem Dieselskandal 2015 haben sich BMW, Mercedes und der VW-Konzern vor allem auf die Entwicklung von Hybrid- und Elektroautos konzentriert, die Massenfertigung läuft gerade an. VW-Chef Herbert Diess hat sich sogar gegen den Einsatz der Brennstoffzelle in der Autoindustrie ausgesprochen.

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    Diess fürchtet, dass sich die Industrie überhebe, wenn sie neben dem Elektroauto zusätzlich die Brennstoffzelle einführe. Außerdem hält er die Energieverluste bei der Erzeugung von Wasserstoff für zu hoch. Lediglich die Lkw-Hersteller wie Daimler und MAN halten Wasserstoff mittelfristig für eine gute Option. Auf längeren Strecken gilt die Brennstoffzelle aufgrund ihrer höheren Reichweite als bessere Alternative zu batterieelektrischen Antrieben.

    BMW ist einmal mit Wasserstoff gescheitert

    BMW hat seine eigenen Erfahrungen mit dem Thema Wasserstoff gesammelt. Die Münchener hatten bereits in den Nullerjahren eine Versuchsflotte zur Wasserstoff-Verbrennung im Einsatz. Anders als bei der Brennstoffzelle, wo Wasserstoff zusammen mit Sauerstoff wieder zu Wasser reagiert, zündete man das Gas in einem konventionellem Verbrennungsmotor.

    Doch der Wirkungsgrad war zu gering. Zudem bekamen die Techniker die Speicherung nicht in den Griff, nach einigen Wochen war ein Großteil des flüchtigen Gases aus den Tanks diffundiert. Da sich auch kein Investor für ein Tankstellennetz fand, stellte BMW seine Versuchsflotte 2008 wieder ein. Fortan bekam der batterie-elektrische Antrieb den Vorzug, BMW entwickelte den elektrischen Kompaktwagen i3.

    BMW-Chef Oliver Zipse im Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Quelle: dpa
    Wasserstoff-Gespräche

    BMW-Chef Oliver Zipse im Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

    (Foto: dpa)

    Auch deshalb tastet sich BMW beim zweiten Anlauf sehr vorsichtig an den Wasserstoff heran. Die Zellen für die Brennstoffzelle kommen vom Kooperationspartner Toyota, der mehrere Tausend Entwickler an dem Antrieb forschen lässt und mit dem Mirai bereits ein Wasserstoffauto in Serie verkauft. BMW nutzt die Zellen für einen eigenes System, das eng mit den Elektroantrieben verwandt ist.

    Die Münchener richten gerade ihre Modelle und Fabriken flexibel auf alle Antriebsarten aus. Ziel ist es, auf jedem Band jedes Modell mit Verbrenner-, Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb bauen zu können. Man könne schnell skalieren, wenn die Technik reif sei, sagte Zipse.

    Mehr: Forschungsministerin Karliczek will Europa zum „Kontinent des grünen Wasserstoffs“ machen

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