Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

E-Mobilität So will der japanische Hersteller Nidec den Markt für E-Motoren dominieren

Mit Minimotoren für Festplatten ist das Unternehmen zum Weltkonzern aufgestiegen. Nun will sich Nidec zum Marktführer für Elektromotoren mausern.
08.02.2020 - 13:34 Uhr Kommentieren
Die Japaner wollen Marktführer werden. Quelle: Nidec
Elektromotor von Nidec

Die Japaner wollen Marktführer werden.

(Foto: Nidec)

Tokio 300 Tage im Jahr reist Kazuya Hayafune geschäftlich. Interviews gibt der Vizechef des weltgrößten Elektromotorenherstellers Nidec aus zeitlichen Gründen daher meist zwischen Flugzeug und Zug, so wie an diesem Dienstag in Tokio. Überall auf der Welt will der Automanager neue Kunden gewinnen.

Denn das Unternehmen verfolgt ein ambitioniertes Ziel: „Wir wollen die Nummer eins bei Motoren für Elektroautos werden“, sagte Hayafune im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mit hohen Investitionen treibt Nidec seinen Plan voran. Rund 1,7 Milliarden Euro werden die Japaner in neue Elektromotorenwerke in China, Polen und Mexiko investieren, sagte Gründer Shigenobu Nagamori am Dienstag. Mit seinem Fokus auf Automotoren, Firmenzukäufe und Roboter will er den Konzernumsatz bis 2030 von derzeit rund 13 Milliarden Euro auf 83 Milliarden Euro erhöhen.

Damit der Frontalangriff auf die Autohersteller auch gelingt, holt der Manager einen neuen operativen Chef und möglichen Nachfolger ins Unternehmen: Nissans Nummer drei und Co-Chief-Operating-Officer (COO) Juni Seki.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Konkurrenz durch aufstrebende Unternehmen wie Nidec ist den etablierten Konzernen der Branche bewusst. Toyotas Konzernchef Akio Toyoda warnt seine Mitarbeiter trotz hoher Profite seit Jahren, dass selbst Japans größter Autobauer bei dem Wettrennen um elektrifizierte und autonome Mobilität das Nachsehen haben könnte. Toyota stehe vor der größten Krise seiner Geschichte, betont der Manager immer wieder.

    Auch Volkswagen-Chef Herbert Diess mahnte in einer Brandrede vor Führungskräften Mitte Januar, dass der Wolfsburger Konzern sich zum Tech-Unternehmen wandeln müsse, um im Wettbewerb zu bestehen. Das Auto werde das wichtigste „Mobile Device“.
    Nidec-Vizechef Hayafune kann die Sorgen der Autohersteller nachvollziehen. Vor mehr als 30 Jahren begann er bei Mitsubishi Motors seine Karriere und ist nun seit 20 Jahren in der Elektroautoentwicklung aktiv.

    Vor zehn Jahren lockte Nagamori Hayafune zu Nidec. Denn der Manager wollte nicht mehr nur Minimotoren für Festplatten entwickeln, mit denen sein Unternehmen seit der Gründung im Jahr 1973 von einem Garagen-Start-up zum Weltkonzern aufstieg. Er setzte sich zum Ziel, den Markt für E-Motoren zu dominieren.

    Heute ist Hayafune überrascht, wie stark Nagamoris Vision Realität geworden ist. „Ich habe niemals einen solch drastischen Wandel der Strukturen und der Technik erlebt wie in den letzten Jahren.“ Der Motor des Wandels sei China.

    China gibt den Takt vor

    Die Volksrepublik versetzt die etablierten Hersteller und ihre Zulieferer besonders in Sorge, beobachtet Hayafune. Das Entwicklungstempo chinesischer Autohersteller sei doppelt so schnell wie das der Traditionsunternehmen. Bei elektrischen Antrieben würden sie Entwicklungszyklen von nur eineinhalb Jahren verlangen. Das bedeutet, dass rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, an der Entwicklung neuer Motoren gearbeitet werde.

    Nidec ist es zwar aus der Computerindustrie gewöhnt, in Monaten und nicht in Jahren zu denken. Aber auch für die Japaner sind diese Vorgaben eine Herausforderung. Wenn man sich an die heimischen Regelarbeitszeiten halte, könne man nicht zu den Chinesen aufholen, warnt Hayafune.

    Nidecs erste vier Großkunden kommen aus dem Reich der Mitte. Einer davon ist der südchinesische Autohersteller Guangzhou Automotive. Dessen elektrischer SUV Aion LX, der ähnlich schnell wie ein Tesla in 3,9 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen kann, wird vom „e-Axle“ der Japaner vorangetrieben. So nennt Nidec seinen vollständigen elektrischen Antrieb, der neben dem eigentlichen Motor auch den Inverter und die Motorkontrolle umfasst.

    Der nächste Schritt der Japaner ist daher naheliegend: Das Unternehmen baut fleißig in China. Im Dezember des vergangenen Jahres eröffnete der Konzern in Suzhou bereits ein eigenes Entwicklungszentrum, um schneller auf die Bedürfnisse der chinesischen Kunden reagieren zu können. Mit 36 Motorenprüfständen und 12.000 Quadratmetern Fläche ist es schon jetzt eines der größten Entwicklungszentren dieser Art in der Welt.

    Doch das gerade erst eröffnete Entwicklungszentrum ist der Anfang für Hayafune: „Ich habe bereits 30 weitere Prüfstände geordert und werde ein zweites Entwicklungszentrum errichten.“ Aber auch die Fabriken in der Volksrepublik werden ausgebaut. So werde das Hauptwerk in Pinghu bei Shanghai um eine zweite Fabrik ergänzt.

    Einfachere Konstruktion
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: E-Mobilität - So will der japanische Hersteller Nidec den Markt für E-Motoren dominieren
    0 Kommentare zu "E-Mobilität: So will der japanische Hersteller Nidec den Markt für E-Motoren dominieren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%