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Elektromobilität Nikola und General Motors bilden Elektro-Allianz

Der US-Autokonzern GM beteiligt sich am Truckhersteller Nikola. Gemeinsam wollen beide Unternehmen gegen Tesla antreten. Die Aktien legen deutlich zu.
09.09.2020 - 16:43 Uhr Kommentieren
Der vollelektrische und mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebene Elektro-Pick-up-Truck soll ein Wachstumssegment besetzen. Quelle: Nikola Corp
Nikola Badger

Der vollelektrische und mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betriebene Elektro-Pick-up-Truck soll ein Wachstumssegment besetzen.

(Foto: Nikola Corp)

Düsseldorf „Die meisten haben über uns gelacht“, erinnert sich Trevor Milton Mitte August im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Chef der Nikola Motor Company war vor einigen Jahren in Europa unterwegs, um einen Partner für den Bau seiner Stromtrucks zu finden. Am Ende wurde es nicht der große Coup, sondern der italienische Nutzfahrzeughersteller Iveco.

Jetzt hat Nikola, das beim Antrieb sowohl auf Batterien als auch Wasserstoff setzt, einen Big Player gewonnen. Der US-Autoriese General Motors steigt als strategischer Partner bei dem Unternehmen aus Phoenix ein. „Eine bessere Partnerschaft könnte man sich nicht erträumen“, schwärmt Trevor Milton. Für Nikola, die mit Elektrotrucks den Markt erobern und revolutionieren wollen, ist das Investment von General Motors ein großer Coup.

Die Allianz ist auch ein Zeichen in Richtung Tesla, dem wertvollsten Autokonzern der Welt. Bisher setzt Tesla vor allem auf Limousinen, hat sich mit dem SUV Modell X aber auch schon an größere Modelle gewagt. 2022 soll der Tesla Cybertruck auf den Markt kommen, ein rein elektrischer Pick-up im futuristischen Design. Ein Jahr früher soll dann die Serienproduktion des Tesla Semi anlaufen. Ein Sattelschlepper mit alternativem Antrieb.

Dass Tesla jetzt auch in diese Segmente vorstoßen will, wird die beiden US-Unternehmen zu Konkurrenten machen. Noch haben die beiden Unternehmen wenig Berührungspunkte – wenn man vom Namen absieht. Das wird sich in der Zukunft aber ändern.

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    Aktien im Wert von rund zwei Milliarden Euro hat sich General Motors gesichert, was einer Beteiligung von elf Prozent entspricht. Liefern soll der US-Autokonzern vor allem Technologie. Die Brennstoffzellen soll General Motors exklusiv, mit Ausnahme des europäischen Marktes, für Nikolas Trucks liefern. Auch die Batterien sollen in Zukunft von General Motors kommen.

    Die Produktion des Nikola Trucks Badger, der wohl im Dezember vorgestellt wird, soll Ende Dezember 2022 beginnen und ebenfalls an General Motors übergehen.

    Der Badger soll zwischen 60.000 und 90.000 Dollar kosten. General Motors will den Pick-up in einer elektrischen und einer Brennstoffzellenvariante entwickeln und auf den Markt bringen. Analysten sagen, dass das Modell eine profitable Nische auf dem US-Pick-up-Markt bedienen könnte. Milton zeigt sich optimistischer und hofft, dass der Badger eines Tages mit dem F-150 von Ford konkurriert, der seit 43 Jahren das meistverkaufte Auto in den USA ist.

    Nikola-Aktie schießt in die Höhe – auch Tesla legt zu

    Für Nikola, dessen Beitrag vor allem im Verkauf und Service liegen wird, eine lukrative Partnerschaft. Nach eigenen Angaben spart das Unternehmen rund fünf Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren ein. Viel Geld für ein Unternehmen, das an der Börse zwar mit knapp 17 Milliarden Dollar bewertet wird, nach Einschätzung von Experten der Deutschen Bank aber erstmals 2024 einen kleinen Gewinn erzielen wird.

    Außerdem ist die Beteiligung von GM auch ein Wink in Richtung der Skeptiker und Kritiker von Nikola. Potenzielle Investoren könnten mehr Vertrauen in das Unternehmen gewinnen, das zwar schon sechs Jahre alt ist, aber noch kein Fahrzeug auf den Markt gebracht hat.

    Die Börse reagierte euphorisch auf die Zusammenarbeit. Nachdem die Nikola-Aktie seit dem Hoch im Juni um über die Hälfte abgestürzt war, stieg sie nach Verkündigung der Partnerschaft bis zum Abend um mehr als 40 Prozent an. Auch die GM-Papiere legten zu. Der Autokonzern verspricht sich von der Allianz einen finanziellen Nutzen in Höhe von vier Milliarden Dollar. Auch die Tesla-Aktie konnte leicht zulegen.

    Für GM geht es darum, den Anschluss bei der Wende zur Elektromobilität nicht zu verlieren. Groß ist die Sehnsucht, eine Allianz mit einem der potenziellen „neuen Teslas“ zu schließen. Zuletzt scheiterte eine Zusammenarbeit mit Rivian, einem amerikanischen Elektroautobauer. Stattdessen konnte sich Konkurrent Ford am Start-up beteiligen. Nikola ist für GM eine Art Ersatz, so die Einschätzung von Michelle Krebs, leitende Analystin von Autotrader.

    Ein weiterer Grund, der aus Sicht von General Motors für den Deal spricht, sind die Klimaziele, die die Autohersteller in Zukunft erreichen müssen. General Motors behält 80 Prozent der Gutschriften aus den Verkäufen des Badgers, der ein Null-Emissionen-Fahrzeug ist, und hat für die verbleibenden 20 Prozent ein Vorkaufsrecht. Solche Gutschriften gelten in den USA als enorm wertvoll. Allein Tesla setzt jedes Quartal eine dreistellige Millionensumme mit den CO2-Zertifikaten um.

    Mit den Gutschriften verbessert der US-Konzern seine Klimabilanz und gewinnt Spielraum für den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Ein Markt, der in den USA bedingt durch die Coronakrise aktuell wieder wächst, während der Verkauf von Autos mit alternativen Antrieben stagniert.

    GMC als direkter Konkurrent

    Es gibt aber auch Stimmen, die das Investment von General Motors kritisch sehen und davor warnen, dass der Konzern einen Konkurrenten hochzüchten könnte. Daimler und Toyota hatten in der Vergangenheit massiv in Tesla investiert, mittlerweile ist das Unternehmen von Elon Musk wertvoller als die beiden Autokonzerne.

    Ende des kommenden Jahres will General Motors den GMC Hummer, einen eigenen Elektro-Pick-up, auf den Markt bringen. Dieser würde in direkter Konkurrenz zum Badger stehen. Der US-Autobauer könnte den Badger aber auch als Test für die Nachfrage nach batteriebetriebenen Fahrzeugen auf dem Nutzfahrzeugmarkt betrachten, so die Einschätzung von Experten.

    Auch andere Hersteller drängen in das in den USA lukrative Pick-up-Segment und wollen Modelle ohne Verbrennungsmotoren anbieten. Rivian und Ford planen, bis Juni 2021 mit der Produktion eines Elektro-Pick-ups zu beginnen. Und bis 2022 hat Ford eine elektrische Variante des F-150 angekündigt. Der Automobilhersteller Fiat Chrysler hat zumindest Überlegungen geäußert, seinen Ram-Pick-up als Elektrofahrzeug anzubieten.

    Mehr: Tesla-Aktie bricht erneut ein – das sind mögliche Gründe

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