Experte Michael Hendricks: „Es ist gut möglich, dass Winterkorn mit seinem Privatvermögen haften muss“
Für den Ex-VW-Chef wird es ungemütlich.
Foto: APDüsseldorf. Michael Hendricks vom Versicherungsmakler Howden ist Experte für Managerhaftungsfragen. Er berät Unternehmen und Manager in Haftungsfällen wegen Pflichtverletzungen. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, warum der VW-Aufsichtsrat in der Causa Winterkorn in einer Zwickmühle steckt.
Die US-Justiz hat gegen Herrn Winterkorn Anklage erhoben. Muss nicht VW spätestens jetzt Herrn Winterkorn auf Schadensersatz verklagen?
Die Anzeichen verdichten sich. Die Anklage gegen Herrn Winterkorn ist jedenfalls ein weiteres ernst zu nehmendes Anzeichen dafür, dass Ansprüche gegen die ehemaligen Vorstände bestehen.
Der VW-Aufsichtsrat prüft schon seit zwei Jahren mögliche Ansprüche, kommt aber zu keinem Abschluss. Was läuft da schief?
Der VW-Aufsichtsrat befindet sich in einer Zwickmühle: Einerseits spricht inzwischen einiges für eine Inanspruchnahme früherer Vorstände, andererseits würde er so den klagenden Aktionären Argumente für deren Klagen liefern. Wenn er den Vorständen vorwirft, am Betrug beteiligt gewesen zu sein oder nicht rechtzeitig darüber informiert zu haben, können sich die Aktionäre bestätigt fühlen. Das wäre kontraproduktiv, es geht schließlich um viele Milliarden Euro.