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Lichtkonzern Neuer Eigentümer AMS will Osram rasch unter Kontrolle bringen

Die Österreicher entsenden Vertreter in den Aufsichtsrat und wollen schnell einen Beherrschungsvertrag abschließen. Bei Osram regiert die Skepsis.
29.07.2020 Update: 29.07.2020 - 12:39 Uhr Kommentieren
Der Lichtkonzern leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie. Quelle: Reuters
Osram-Zentrale in München

Der Lichtkonzern leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie.

(Foto: Reuters)

München Nach der Milliardenübernahme will AMS den Lichtkonzern Osram rasch unter seine Kontrolle bringen. In einem ersten Schritt entsandten die Österreicher drei Vertreter in den Osram-Aufsichtsrat. Zudem verkündete AMS, zeitnah einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abzuschließen. Ziel sei es, den „unangefochten führenden Anbieter von optischen Lösungen zu schaffen“.

Vor wenigen Wochen hatte AMS die milliardenschwere Übernahme von Osram vollzogen. Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten zuvor grünes Licht gegeben.

Die Übernahme geht in schwierigen Zeiten über die Bühne. Im abgelaufenen Quartal bekamen beide Unternehmen die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Einmal mehr entwickelte sich der Sensorik-Spezialist AMS dabei aber besser als die neue deutsche Tochter.

Denn Osram verbuchte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (30. September) unter dem Strich einen Verlust von 141 Millionen Euro. Der Umsatz der Ex-Siemens-Tochter brach um 29 Prozent auf 606 Millionen Euro ein.

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    AMS konnte von April bis Juni den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 460 Millionen Dollar steigern. Auch das operative Ergebnis legte deutlich zu. Der Nettogewinn einschließlich Akquisitionskosten war mit sechs Millionen Dollar knapp positiv.

    In München werden die neuen Eigentümer noch immer von vielen skeptisch beobachtet. Nicht nur in Arbeitnehmerkreisen gibt es Befürchtungen, dass die Österreicher Osram zerschlagen könnten. AMS dürfte den Spekulationen zufolge vor allem an der Chip-Sparte und modernen LED-Technologien interessiert sein – und weniger am Geschäft mit traditionellem Autolicht und an der Digitalsparte von Osram, zu der auch die elektronischen Vorschaltgeräte gehören.

    Neue Aufsichtsräte

    AMS schickte nun, wie im Umfeld von Osram erwartet, Vertreter in den Aufsichtsrat. Siemens-Vize Roland Busch sowie der Niederländer Frank Lakerveld und Ex-Infineon-Vorstand Arunjai Mittal hätten ihre Mandate niedergelegt, teilte Osram mit. Ihnen folgten der selbstständige Unternehmensberater Hans-Peter Metzler, AMS-Vorstand Thomas Stockmeier und AMS-Betriebsrat Johann Christian Eitner.

    Offen ist, ob Peter Bauer weiterhin Osram-Aufsichtsratschef bleibt. Auf weitere Veränderungen deutet jedenfalls die Tatsache hin, dass AMS noch einen weiteren Aufsichtsrat entsenden will. „Wir streben vier Sitze an. Wir haben eine Person identifiziert und werden uns zum geeigneten Zeitpunkt zu Details äußern“, erklärte der Konzern auf Handelsblatt-Anfrage.

    Grafik

    AMS hat große Ambitionen. Für den Gesamtkonzern wollen die Österreicher bis 2026 mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz erzielen, berichtete kürzlich die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine interne Präsentation. Im vergangenen Jahr hatte AMS Erlöse in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro erzielt, Osram kam auf 3,6 Milliarden Euro.

    Die Vorbereitungen für den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags haben laut AMS bereits begonnen. Dabei müssen die Österreicher, die derzeit 69 Prozent der Anteile halten, den verbliebenen anderen Aktionären eine Abfindung anbieten. Mithilfe des Vertrags werde man „die Integration und Zusammenführung der Geschäftsfelder von AMS und Osram in effizienter Weise vorantreiben und beschleunigen können, um in den nächsten Jahren ein deutlich profitables gemeinsames Unternehmen schaffen“, hieß es. Unabhängig davon seien aber bereits weitere Schritte zur Integration unternommen werden.

    Osram-Chef sieht Lichtblicke

    Osram-Chef Olaf Berlien wertete den Verlauf des Quartals insgesamt positiv. Umsatz und operatives Ergebnis fielen nach Einschätzung des Unternehmens besser aus als erwartet. „Der Erfolg unserer Corona-Maßnahmen und unseres Liquiditätsmanagements schlägt sich klar in unseren Quartalszahlen nieder“, sagte Berlien.

    An den Jahreszielen hielt Osram fest. Der Umsatz soll vergleichbar um 15 bis 19 Prozent sinken und eine bereinigte operative Umsatzrendite von drei bis sechs Prozent erzielt werden. Im dritten Quartal war das bereinigte operative Ergebnis mit einem Verlust von 27 Millionen Euro negativ. Berlien geht aber davon aus, dass der Tiefpunkt der Umsatzrückgänge im vergangenen Quartal erreicht wurde. Zudem zeige der Sparkurs Wirkung. Im dritten Quartal habe man bereits die für das Gesamtjahr geplanten Kostenreduzierungen erreicht.

    Der Nettoverlust lag auch an den anhaltenden Problemen im Gemeinschaftsunternehmen von Osram und Continental. Die Margenentwicklung sei „weiterhin schwach“, hieß es. Es sei zudem eine weitere Abschreibung von 48 Millionen Euro verbucht worden. Beide Partner hatten bereits zuvor hohe Abschreibungen vorgenommen. Continental prüft laut Industriekreisen einen Rückzug aus dem Projekt.

    Im abgelaufenen Quartal hatte Osram aber in allen Geschäftsbereichen zu kämpfen. Am besten hielt sich noch die Chipsparte Opto Semiconductors, in der die Erlöse um 19 Prozent auf 297 Millionen Euro sanken. Für das Gesamtjahr ist Berlien vor allem mit Blick auf die Entwicklung in Nordamerika und China zuversichtlich.

    Mehr: Continental entwickelt Supercomputer

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