Roland Busch: Was der neue Siemens-Chef vorhat – und was die Investoren von ihm erwarten
Der bisherige Vize und Technologievorstand übernimmt auf der Hauptversammlung den Vorstandsvorsitz.
Foto: Siemens AG.München. Als Roland Busch heiratete, ließ er sich beim Standesamt den ersten Termin am frühen Morgen geben. An dem Tag habe noch ein „superkritisches Kundenprojekt“ auf dem Programm gestanden, erzählte Busch später dem Handelsblatt. Er betonte sogleich, dass das wirklich eine Ausnahme war und in keinem Fall Vorbild für die Beschäftigten sein soll. Und doch lässt die kleine Geschichte erahnen, warum der 56-Jährige bei Siemens den Ruf hat, ein besonders akribischer und gewissenhafter Arbeiter zu sein.
Nach der Hauptversammlung des Technologiekonzerns am Mittwoch tritt der bisherige Vize und Technologievorstand offiziell die Nachfolge von CEO Joe Kaeser an. Operativ war Busch für die Geschäfte bereits seit Monaten verantwortlich. Einfach wird die Aufgabe nicht. Mit seinem radikalen Umbau hat Kaeser an den Kapitalmärkten viel Zustimmung gefunden. Nun ist eher der Innenausbau gefragt.
„Nach Jahren der Um- und Ausgliederungen und der Verkäufe von Geschäftseinheiten muss nun der neue CEO Busch Siemens auf Profitabilität trimmen“, fordert Winfried Mathes, Corporate-Governance-Experte bei der Deka. Und Vera Diehl, Fondsmanagerin bei Union Investment, fordert: „Herr Busch muss jetzt aus dem Schatten seines Vorgängers treten und braucht eine eigene strategische Agenda.“