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Tesla „Bitte beeilt euch!“: Elon Musk erhöht Druck auf Zulieferer der Gigafactory

Das Know-how im deutschen Maschinenbau war ein Grund, warum Tesla sich für den Standort Grünheide entschieden hat. Nun fordert Konzernchef Musk mehr Tempo.
18.05.2021 Update: 18.05.2021 - 17:03 Uhr Kommentieren
Know-how im Auto- und Maschinenbau war einer der Gründe, warum sich Tesla für Deutschland als europäischen Standort entschied. Quelle: Reuters
Elon Musk in Grünheide

Know-how im Auto- und Maschinenbau war einer der Gründe, warum sich Tesla für Deutschland als europäischen Standort entschied.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Beim Bau der neuen Tesla-Gigafactory in Grünheide bei Berlin sorgen bisher vor allem fehlende Genehmigungen für Probleme. Der Produktionsstart verzögert sich wahrscheinlich von Juli diesen Jahres auf Anfang 2022.

Doch Vorstandschef Elon Musk sorgt sich bei seinem derzeitigen Deutschlandbesuch auch um andere Dinge. Ihn treibt offenkundig um, wie rasch Roboter, Maschinen oder andere Teile an den Standort in Brandenburg kommen. „Zulieferer für die Gigafactory, bitte beeilt euch!“, schrieb Musk am Dienstag auf Twitter.

Musk nannte keine Namen, schon aus Prinzip: Tesla spricht grundsätzlich nicht über seine Zulieferer und will auch nicht, dass diese über ihren prominenten Kunden reden, um etwa Werbung damit zu machen.

Allerdings weiß die Branche ganz genau, wer was dorthin liefert. „Viele der Technologien, die in dem Werk eingesetzt werden, stammen von deutschen Unternehmen“, sagte Daniel Szabo, Digitalchef des Maschinenbauers Körber, vor wenigen Monaten dem Handelsblatt.

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Standort erkennen

    So liefert laut Branchenkreisen das schwäbische Traditionsunternehmen Dürr die Lackierroboter, der Jenaer Optikspezialist Jenoptik verkaufte Fertigungszellen für Karosserieteile an den spanischen Autozulieferer Gestamp, der wiederum Tesla zuliefert. Auch der Velberter Spezialist für Autoschließsysteme Huf zählt Tesla zu seinen Kunden, ganz zu schweigen von Branchengrößen wie Bosch.

    Laut Jan-Philippe Büchler, Professor an der Fachhochschule Dortmund für Unternehmensführung und Innovation, besitzt Tesla „einen nicht unerheblichen Fertigungsanteil innovativer Komponenten und Produkte von Hidden Champions aus dem deutschsprachigen Raum“.

    Hohe Anforderungen an Lieferanten

    Know-how im Auto- und Maschinenbau war einer der Gründe, warum sich Musk für Deutschland als Standort in Europa entschied. In der ersten von insgesamt vier Ausbaustufen will Tesla dort mit 12.000 Mitarbeitern eine halbe Million Fahrzeuge pro Jahr produzieren.

    Das Werk in der Nähe von Berlin soll zum Leuchtturmprojekt werden und ist eine Art Bewährungsprobe für den deutschen Maschinenbau. Musk fordert viel: Schnelligkeit, technologische Spitzenklasse, niedrige Preise. „Wir streben extreme Präzision für das Model Y der nächsten Generation an. Es geht um Mikrometer, nicht Millimeter“, ergänzte Musk am Dienstag auf Twitter. Ist er nicht zufrieden, lässt er lieber die Teile selbst herstellen, als nachbessern zu lassen.

    Dass es Musk in Grünheide zu langsam läuft, ist kein Geheimnis. Fernsehreporter fragten bei seinem Fabrikbesuch am Montag, wann die Produktion anlaufen würde. „Es ist schwierig, das präzise vorherzusagen, denn wir können die Autos erst bauen, wenn alle Teile da sind“, antwortete Musk. „Wir können kein Auto ausliefern, das nur zu 99 Prozent fertig ist.“

    Mehr: Deutsche Maschinenbauer spielen Schlüsselrolle im Tesla-Werk bei Berlin

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