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StahlsparteThyssen-Krupp-Vorständin Henne soll Gabriel ablösen

Fünf Tage nach der Rücktrittsankündigung von Stahl-Chefaufseher Sigmar Gabriel präsentiert der Thyssen-Krupp-Vorstand eine Nachfolgerin. Sie ist keine Unbekannte. 03.09.2024 - 15:39 Uhr Artikel anhören
Ilse Henne: Sie ist seit Jahresbeginn Vorstandsmitglied bei Thyssen-Krupp. Foto: Thyssen-Krupp

Essen, Duisburg. Thyssen-Krupp-Vorständin Ilse Henne soll bei der Stahltochter Thyssen-Krupp Steel neue Aufsichtsratschefin werden. Dies teilte der Industriekonzern am Dienstagmittag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Essen mit.

Henne verantwortet im Konzern unter anderem die Werkstoffsparte. Im Aufsichtsrat von Steel löst sie Sigmar Gabriel ab. Auch die „Rheinische Post“ berichtete darüber.

Im Zuge der Debatte um die künftige Ausrichtung der Stahlsparte hatten vergangene Woche insgesamt vier Mitglieder des Aufsichtsrats ihren Rücktritt angekündigt und dies mit einem Vertrauensverlust zwischen AG-Vorstand und ihnen begründet. Aufseiten der Anteilseigner tritt auch Elke Eller zurück. Wer ihr nachfolgen soll, wurde zunächst nicht bekannt.

Thyssen-Krupps Konzernchef López: Henne bringt die nötige Erfahrung und Kompetenz mit

In einem internen Video für die Mitarbeiter des Konzerns, das dem Handelsblatt vorliegt, begründet Konzernchef Miguel López den Schritt, Henne für das Gremium vorzuschlagen.

Sie bringe die nötige Erfahrung und Kompetenz mit, sagt López. „Nach mehr als 25 Jahren bei Thyssen-Krupp kennt sie den Konzern und die Segmente hervorragend.“ Henne werde weiterhin parallel dazu die Vorständin der Sparte Materials Services sein – und Teil des Vorstands von Thyssen-Krupp bleiben.

In dem Video spricht neben López auch der seit Juni amtierende Finanzvorstand Jens Schulte. Für die kommenden Monate stünden bei der Stahlsparte drei Punkte im Fokus, sagt Schulte.

Diese seien die Entwicklung des neuen Businessplans für die Sparte. Der Plan ist seit April vorgesehen. Mit ihm soll die Stahltochter für eine eigenständige Aufstellung fit gemacht werden.

Auch konzentriere man sich auf die weitere Entwicklung des Joint Ventures mit dem tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Kretinsky hält bereits 20 Prozent an der Sparte – angepeilt ist, dass er seine Anteile auf 50 Prozent erhöht.

Außerdem stünden der Bau und die Inbetriebnahme der Direktreduktionsanlage im Vordergrund, dem Dekarbonisierungsprojekt, mit dem der Konzern grünen, klimafreundlichen Stahl produzieren will.

Thyssen-Krupp: Nachbesetzungen sollen „zeitnah“ erfolgen

„Die Nachbesetzungen im Aufsichtsrat der TKSE (Thyssen-Krupp Steel Europe, d. Red.) sollen zeitnah erfolgen, sodass mit dem Ausscheiden der jetzigen Aufsichtsratsmitglieder eine jeweils unmittelbare Nachfolge gewährleistet ist“, erklärte ein Konzernsprecher.

Henne ist seit Jahresbeginn Vorstandsmitglied. Sie war Ende November zusammen mit Volkmar Dinstuhl gegen den Willen der Arbeitnehmerseite in den Vorstand berufen worden, der dadurch von drei auf fünf Mitglieder erweitert wurde. Die IG Metall hatte nach der Wahl von einem „Kulturbruch in der Mitbestimmung“ gesprochen.

Sigmar Gabriel kündigte Ende August seinen Rücktritt als Aufsichtsratschef von Thyssen-Krupp Steel an. Foto: IMAGO/NurPhoto

Erst am Dienstagmorgen hat der Vorstand der IG Metall die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung aufgefordert, sich mehr Einfluss bei Deutschlands größtem Stahlerzeuger zu verschaffen. Bund und Land sollten die beiden aufseiten der Anteilseigner frei werdenden Aufsichtsratsmandate für Land und Bund beanspruchen, sagte die erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, nach einer Vorstandssitzung in Frankfurt.

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Dies sei nötig, um eine transparente und faire Lastenteilung zwischen der Stahltochter und dem Mutterkonzern Thyssen-Krupp sicherzustellen. Da Land und Bund zwei Milliarden Euro an Steuergeldern in die grüne Transformation bei Thyssen-Krupp investierten, sei ein solcher Schritt legitim und nachvollziehbar.

Am 12. September tagt der Aufsichtsrat des Mutterkonzerns. Vor allem die Arbeitnehmerbank wird von López Aufklärung zum wochenlangen Geschehen bei der Stahlsparte und den sieben Weggängen fordern.

dpa, isa, mur
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