Ulrich Dietz: „Wir sehen, dass digitale Kriegsführung immer wichtiger wird“
Stuttgart. Die Nato-Mitglieder wollen künftig fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Rüstung ausgeben. Digitalunternehmer Ulrich Dietz, Gründer des Softwaredienstleisters GFT, sieht darin auch eine Chance für seine Branche und fordert, einen beachtlichen Teil dieses Geldes für Software und Künstliche Intelligenz (KI) auszugeben.
„Wir sehen ja in den aktuellen Auseinandersetzungen, dass die digitale Kriegsführung immer wichtiger wird“, sagt Dietz im Gespräch mit dem Handelsblatt. Deutschland müsse ein Joint Venture für „Cyber Warfare“ gründen und alle Kräfte diesbezüglich bündeln. Dabei gehe es auch darum, zivile IT für Verteidigungszwecke zu transformieren.
Der 67-Jährige erklärt, warum Deutschland in der Digitalisierung nur zweitklassig ist und was die Bundesregierung in der Auftragsvergabe von den USA lernen kann, damit Deutschland bei KI nicht den Anschluss verliert.
„Der Staat nutzt seine Gestaltungsmacht bisher nicht ausreichend“, sagt Dietz. Er müsse als Kofinanzierer einspringen. Es gehe dabei nicht um Geschenke. Der neuen Bundesregierung spricht er die Ambition zur Digitalisierung zu, aber in der Umsetzung müssten „dicke Bretter gebohrt werden“.