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JahresgehaltVorstände überflügeln Commerzbank-Chef

Commerzbank-Chef Martin Blessing verzichtet auf einen Bonus, das war bekannt. Aus dem Geschäftsbericht ist jetzt ersichtlich, dass er dadurch weniger verdient als seine Vorstandskollegen. 21.03.2014 - 14:10 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Commerzbank-Chef Martin Blessing: Er verdient weniger als jeder andere Vorstandsvorsitzender eines Dax-Konzerns.

Foto: dpa

Frankfurt. Der gesamte Vorstand der Commerzbank hat im vergangenen Jahr so viel verdient wie Volkswagen-Chef Martin Winterkorn allein. Die Gesamtvergütung der neun Vorstände bei Deutschlands zweitgrößter Bank stieg dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zufolge auf 13,3 (2012: 12,9) Millionen Euro, der Autobauer VW wies für seinen Vorstandschef allein 13,1 Millionen aus.

Dabei war Commerzbank-Lenker Martin Blessing nicht nur der am schlechtesten bezahlte Vorstandschef bei den 30 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax. Durch den Verzicht auf einen Bonus waren seine Bezüge mit 1,38 (1,39) Millionen Euro auch geringer als die all seiner Commerzbank-Vorstandskollegen. Seine Deutsche-Bank -Kollegen Anshu Jain und Jürgen Fitschen kamen auf jeweils 7,5 Millionen Euro.

Blessing hatte - wie schon ein Jahr zuvor - einen Bonus für 2013 ausgeschlagen. „Wenn es keinen Gewinn gibt, finde ich es nicht richtig, wenn der CEO, also ich, eine variable Vergütung erhält“, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz im Februar. Ehe der Gewinn nicht auf einen dreistelligen Millionenbetrag steige, werde er keine Sonderzahlungen annehmen. Die Commerzbank hat unter dem Strich 2013 nur 78 Millionen Euro verdient, unter anderem weil sie der Abbau von mehr als 5000 Stellen eine halbe Milliarde Euro kostete. Blessing verzichtet zunächst auf rund 150.000 Euro.

Einschließlich langfristiger finanzieller Anreize in bar und in Aktien können die Boni der Commerzbank-Vorstände innerhalb von vier Jahren rund 700.000 Euro erreichen. Ihr Grundgehalt liegt bei 750.000 Euro. Auf die höchste Gesamtvergütung kommt der Chef der Investmentbank, Michael Reuther, mit 1,5 Millionen Euro.

Im laufenden Jahr setzt die Commerzbank vor allem auf den beschleunigten Abbau der Schiffs- und Immobilienkredit-Bestände ihrer internen „Bad Bank“. Das soll den operativen Gewinn - 2013 lag er bei 725 Millionen Euro - deutlich nach oben treiben. Mit Blick auf die Bilanzprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) und den folgenden Stresstest fühlt sich Blessing auf der sicheren Seite, wie er im Geschäftsbericht an die Aktionäre. Die Commerzbank geht nach Berechnungen der US-Investmentbank Morgan Stanley mit einem Kapitalpuffer von acht Milliarden Euro in den Stresstest.

Sie teilt auch Blessings Optimismus zur „Bad Bank“ (NCA). „Wir denken, der Markt ist immer noch zu konservativ“, schrieb Morgan-Stanley-Analyst Hubert Lam. Er hob sein Kursziel für die Commerzbank auf 16 Euro von 11,80 Euro an und trieb die Aktie damit um drei Prozent auf 13,40 Euro nach oben. Im Kerngeschäft sei eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent bis 2016 erreichbar. „Die meisten Analysten sind sich einig, wie viel das Kerngeschäft der Commerzbank wert ist. Aber bei der NCA scheiden sich die Geister“, sagte Metzler-Analyst Guido Hoymann. Er glaube, dass sie allein sieben Euro je Aktie wert sei. „Die Bank muss zeigen, dass sie beim Abbau weitere Fortschritte macht.“

rtr
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