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FamilienunternehmenSchwache Bauindustrie drückt den Gewinn von Würth

Der Schraubenhändler spürt die nachlassende Konjunktur vor allem in der Bauindustrie. Weil andere Sparten boomen, erreicht Würth in diesem Jahr aber wohl eine neue Dimension beim Umsatz.Martin-W. Buchenau 18.07.2023 - 12:09 Uhr Artikel anhören

Der Weltmarktführer für Montage- und Befestigungsmaterial spürt die schwächere Nachfrage aus der Bauindustrie.


Foto: Andreas Lechner/ PR

Stuttgart. Schwache Konjunktur und hohe Rohstoffkosten dämpfen die Dynamik bei Würth. Im ersten Halbjahr wuchsen die Erlöse des Weltmarktführers für Montage- und Befestigungsmaterial um 5,9 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

„Wir spüren das Nachlassen der Wirtschaft: Nach zwei Jahren mit Rekordmarken bei Umsatz und Betriebsergebnis zeigt sich jetzt die konjunkturelle Abkühlung“, sagte Würth-Chef Robert Friedmann. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch bei 9,3 Prozent gelegen.

Zwar entspanne sich nach knapp drei Jahren Coronapandemie und damit einhergehenden Lieferkettenproblemen die Versorgungssituation. Doch in Europa drückten hohe Zinsen und Kosten vor allem die Nachfrage aus der für Würth wichtigen Baubranche. „Die Talsohle ist in der Bauindustrie noch nicht erreicht“, sagte Friedmann.

Würth: Operativer Gewinn sinkt im ersten Halbjahr

Zudem bauten viel Unternehmen ihre Puffer in den Lagern ab. Auch die von Würth mit Kleinteilen belieferte Autoindustrie erholt sich in Europa langsamer als erwartet.

Der operative Gewinn des Familienunternehmens war nach einem Plus von 2,3 Prozent im ersten Quartal jetzt insgesamt rückläufig. Nach sechs Monaten gab das Betriebsergebnis insgesamt um 40 Millionen Euro auf 680 Millionen Euro nach. Als Grund nannte Friedmann neben höheren Personalausgaben gestiegene Kosten für Mobilität und Instandhaltung sowie Preisdruck.

Die einzelnen Sparten gaben ein zweiteiliges Bild ab: Der Elektrogroßhandel schloss nach Friedmanns Aussagen nahtlos an die Erfolge des vergangenen Jahres an und wuchs im ersten Halbjahr um 17,3 Prozent. Nach wie vor profitiere diese Branche vom Boom der erneuerbaren Energien, vor allem bei Photovoltaikanlagen. Auch der Geschäftsbereich Chemie mit Reinigungsmitteln und Klebstoffen blieb wachstumsstark.

Onlinehandel steht für ein Viertel des Umsatzes

Dagegen hätten die Elektronikbauteile, die Beschlagproduktion sowie die Geschäftseinheit Handel die weltweite konjunkturelle Abkühlung zu spüren bekommen.

Für die zweite Jahreshälfte bleibt Würth insgesamt verhalten optimistisch. „Sofern sich die konjunkturellen und geopolitischen Gegebenheiten nicht drastisch verschlechtern, rechnen wir mit einem mittleren einstelligen Umsatzwachstum und einem leichten Rückgang beim Betriebsergebnis“, sagte Friedmann. Die Erlöse der Firma, die Eigentümer Reinhold Würth zum Weltkonzern ausbaute, dürften damit in diesem Jahr erstmals über der Schwelle von 20 Milliarden Euro liegen.

Immer wichtiger für Würth wird der Onlinehandel mit einem Anstieg der Erlöse um 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser macht jetzt fast ein Viertel des Gesamtumsatzes aus.

Die Zahl der Niederlassungen, bei denen Handwerker ihre Waren selbst abholen, stieg um 103 auf 2627 weltweit. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes entfallen inzwischen auf diesen Vertriebsweg. Würth will zudem künftig Künstliche Intelligenz in Verwaltung und Logistik vermehrt einsetzen, um die Effizienz zu steigern.

Würth bleibt aber laut Firmenchef Friedmann ein Jobmotor: In der Gruppe kamen im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 1409 neue Beschäftigte hinzu. Bis Jahresende will Friedmann diese Zahl noch auf 3000 steigern. Aktuell arbeiten im Konzern 87.046 Menschen, davon 43.859 im Vertrieb.

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Erstpublikation: 17.07.2023, 18:00 Uhr.

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