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Möbelindustrie Kartellwächter bremsen den Möbelriesen XXXLutz aus

Der Inhaber des Möbelkonzerns hat zum Firmenjubiläum Rabatte von Lieferanten gefordert. Doch nun schreitet das Bundeskartellamt ein.
27.02.2020 - 16:10 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen forderte von seinen Lieferanten anlässlich des Firmenjubiläums Rabatte. Quelle: dpa
XXXLutz-Lkw

Das Unternehmen forderte von seinen Lieferanten anlässlich des Firmenjubiläums Rabatte.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wenn es um die Beziehungen zu den Lieferanten geht, ist XXXLutz-Chef Andreas Seifert nicht zimperlich. „Da gibt es auch herausfordernde Situationen“, umschrieb es ein Geschäftspartner kürzlich vorsichtig. Es sei ein knallhartes Geschäft geworden, das fühle sich für die Hersteller nicht immer gut an.

Nun ist es wieder so weit gewesen. XXXLutz, der größte mittelständische Möbelhändler im deutschen Markt, feiert dieses Jahr sein 75-jähriges Bestehen – und forderte von den Lieferanten schon vorab offensiv die Geschenke ein. Einen Rabatt von 7,5 Prozent auf die Einkaufspreise für zwei Dreimonatszeiträume im Jahr 2020 wollte der Händler haben. Und viele kleinere Möbelhersteller hätten angesichts der Marktmacht von Seiferts Imperium zähneknirschend zustimmen müssen.

Doch nun ist das Bundeskartellamt eingeschritten – und Seifert hat eingelenkt. Angesichts deutlicher Ansagen der Wettbewerbshüter hat XXXLutz die pauschalen Forderungen zurückgenommen und durch individuelle Vereinbarungen mit klar definierten Gegenleistungen ersetzt. Der Rabatt fiel schließlich durchschnittlich deutlich niedriger aus als zunächst gefordert, teilte die Behörde mit.

„Lieferanten, die von einer Lieferbeziehung zu XXXLutz abhängig sind, muss auch eine angemessene Gegenleistung angeboten werden, etwa eine zusätzliche Ausstellungsfläche oder eine Listungsgarantie“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Erst nachdem der Möbelhändler dem Amt sämtliche mit den Lieferanten getroffene Vereinbarungen vorgelegt hatte, verzichtete die Behörde darauf, weitere Verfahrensschritte zu unternehmen.

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    Dass er ausgebremst wird, erlebt der öffentlichkeitsscheue österreichische Unternehmer Seifert, von dem es kein einziges Foto gibt, nicht oft. Gerade bei der Expansion in Deutschland scheint sein Hunger fast unstillbar. Die 1945 von seiner Mutter gegründete Werkstatt für Bauernmöbel hat er zusammen mit seinem vor zwei Jahre verstorbenen Bruder Richard durch eine aggressive Zukaufpolitik an die Spitze der Branche geführt. Nachdem er sich 2018 auch noch die Poco-Märkte einverleibt hatte, kam er auf 214 Möbelhäuser allein in Deutschland.

    Gerade erst hat der 66-jährige Jurist 50 Prozent der Möbelketten Roller und Schulenberg vom Familienunternehmen Tessner übernommen mit weiteren 130 Häusern. XXXLutz führt heute schon einen Einkaufsverbund, der ein Volumen von 8,4 Milliarden Euro bündelt, mit Tessner kommt nun 1,4 Milliarden Euro an Umsatz dazu. Zum Vergleich: Noch-Marktführer Ikea macht in Deutschland einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro.

    Kein Wunder, dass das Kartellamt Seifert genau auf die Finger schaut. Denn es ist nicht das erste Mal, dass der Unternehmer seine Lieferanten anzapfen und zu Rabatten nötigen will. So forderte er 2017 nach der Übernahme von Möbel Buhl von deren Zulieferern sogenannte Hochzeitsrabatte in Form von rückwirkenden Konditionenanpassungen.

    Doch auch hier griffen die Wettbewerbshüter ein. „Das sogenannte Anzapfverbot dient dem Schutz von kleinen und mittleren Unternehmen und letztlich auch dem Schutz der Vielfalt für den Verbraucher“, betonte Kartellamtspräsident Mundt.

    Mehr: Leere Flächen in Warenhäusern: Die Gründer von Store2Be schaffen Abhilfe.

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