Stellenabbau: Miele und IG Metall einigen sich auf Sozialplan
Düsseldorf. Nach zähen Verhandlungen haben sich Miele und die IG Metall auf einen Sozialplan geeinigt. Miele hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, Arbeitsplätze von Deutschland nach Polen zu verlagern. In Deutschland werden rund 1300 Arbeitsplätze entfallen, davon bis zu 700 im Rahmen der angekündigten Verlagerung von Teilen der Waschmaschinenproduktion von Gütersloh nach Ksawerów.
Beide Seiten teilten nun mit, dass es bis Ende 2027 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll – es sei denn, der Personalabbau lässt sich nicht sozialverträglich regeln. Miele sichert den Erhalt aller deutschen Standorte zu und gibt Investitionszusagen in Höhe von 500 Millionen Euro für diese Werke während der Laufzeit des Tarifvertrages, der bis Ende 2028 gelten soll.
Für den angekündigten Personalabbau wurden ein freiwilliges Ausstiegsprogramm und die Möglichkeit zu Altersteilzeit und Vorruhestand vereinbart. Die IG Metall spricht von „attraktiven Konditionen“. Die Einigung kommt gerade rechtzeitig: Miele begeht am Samstag sein 125. Betriebsjubiläum.
Beschäftigte müssen auf Geld verzichten
Die Beschäftigten müssen aber auch Einbußen hinnehmen: So entfalle für die Jahre 2025 bis 2027 das so genannte tarifliche Transformations-Geld. Gemeint ist damit ein zusätzlicher Betrag in Höhe von knapp 30 Prozent des Monatsgehaltes, der immer im Februar an die Beschäftigten in den tarifgebundenen Betrieben ausgezahlt wird.
Rebecca Steinhage, die für Personal zuständige Miele-Geschäftsführerin, zeigte sich optimistisch, „die notwendigen Veränderungen ohne betriebsbedingte Beendigungskündigungen“ umsetzen zu können. Patrick Loos, Verhandlungsführer der IG Metall, sieht im Verhandlungsergebnis „viel Licht aber auch Schatten“. So sei es der Gewerkschaft nicht gelungen, Miele von den grundsätzlichen Abbau- und Verlagerungsplänen abzubringen. „Wir halten diesen Weg für falsch und bedauern, dass Miele an dieser Entscheidung festhält.“
Das sei für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen sehr bitter. „Aber mit den großzügigen Abfindungen, die mit einer sozialen Komponente insbesondere den unteren Entgeltgruppen zugutekommen, haben wir richtig was rausgeholt“, sagte Loos.