Volkswagen: So will VW-Chef Oliver Blume den Konzern reformieren
Vor dem neuen CEO liegen einige Herausforderungen.
Foto: Thomas Kuhlenbeck- Nach jahrelanger Führung von Herbert Diess braucht Volkswagen einen Kulturwandel. Der neue VW-Chef Oliver Blume soll den Konzern zukunftsfest machen.
- Doch Diess hat Blume eine Vielzahl von Baustellen hinterlassen: Qualitätsmängel bei VW, eine gespaltene Belegschaft und die Software-Einheit Cariad, die als Sanierungsfall gilt, werden den neuen VW-Chef auf eine Bewährungsprobe stellen.
- Straffe Ziele für Rendite und Cashflow, mehr Fokus auf China und Amerika sowie die Softwaretochter Cariad: VW-Chef Blume spricht in seinem ersten Interview als CEO über seine Pläne für Volkswagen.
- Volkswagen gibt es an der Börse gleich mehrfach: zwei VW-Aktien, die Traton-Aktie und demnächst zwei Porsche-Aktien. Bei welchen der VW-Aktien sich der Einstieg nun besonders lohnt.
Wolfsburg. Den Ort für die diesjährige Topmanagement-Tagung hat Herbert Diess noch persönlich ausgesucht. Die rund 350 wichtigsten Manager des Autokonzerns versammelten sich am Donnerstagmorgen im nationalen Kutschenmuseum von Lissabon. Die Location wirkt wie eine letzte Mahnung des Ende Juli geschassten Volkswagenchefs: Seht her, so wie den hier ausgestellten Prachtkaleschen der portugiesischen Könige wird es schon bald den Verbrennerautos ergehen – und womöglich euren Jobs. Beide reif fürs Museum.
Statt Diess tritt nun um 9:30 Uhr sein Nachfolger Oliver Blume vor die Mannschaft. Gekommen ist er in Chino und Hemd, andere in Jeans und T-Shirt. Es ist sein erster Arbeitstag als Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Noch bevor er aber die ersten Worte sagen kann, steht die Führungsmannschaft geschlossen auf und applaudiert, wie Anwesende berichten: „So etwas gab es seit Jahren nicht.“
Volkswagen: Wie Oliver Blume VW-Chef wurde und Vertraute über ihn denken
In seiner knapp einstündigen Rede bestätigt Blume unter anderem, dass der Vorstand um zwei Positionen verkleinert und mehr Macht auf die einzelnen Konzernmarken verlagert wird, allen voran die Kernmarke VW. „Er machte deutlich, es muss schnell gehen“, sagt ein Top-Manager dem Handelsblatt. „Er hat die Aufbruchstimmung erzeugt, auf die so viele gehofft hatten.“