Sonntagsfrage: SPD wieder gleichauf mit der AfD – Union legt zu
Berlin. Der Abwärtstrend der AfD hält nach den jüngsten Negativschlagzeilen an: Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Insa für „Bild am Sonntag" erhebt, ist die Partei in der Wählergunst weiter abgerutscht. Weil die SPD zugleich zulegt, hat die Kanzlerpartei die AfD nach fast einem Jahr erstmals in einer Insa-Umfrage wieder eingeholt.
Die SPD kommt der Umfrage zufolge auf 16 Prozent (plus ein Prozentpunkt). Die AfD verliert einen Punkt und erreicht nur noch 16 Prozent – das sind sieben Prozentpunkte weniger als noch in der Insa-Umfrage zu Jahresbeginn. Mit Abstand stärkste Kraft ist die Union mit 31 Prozent (plus ein Prozentpunkt).
Zuletzt war die AfD unter anderem durch die Durchsuchung der Büroräume des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah in Zusammenhang mit Spionagevorwürfen gegen einen seiner früheren Mitarbeiter unter Druck geraten. Darüber hinaus verurteilte ein Gericht den Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.
Union mit Abstand stärkste Kraft bei Europawahl
In der Befragung zur Europawahl ergibt sich eine Woche vor der Wahl laut Insa-Umfrage für das Blatt ein ähnliches Bild: Die Union kann laut der Insa-Umfrage darauf hoffen, in Deutschland in der kommenden Woche mit deutlichem Abstand vorne zu liegen. Wäre an diesem Sonntag bereits Europawahl, kämen CDU und CSU auf 29 Prozent.
Die AfD läge hier mit 16 Prozent auf dem zweiten Platz vor der SPD (14 Prozent). 13 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, die Grünen wählen zu wollen, sieben Prozent das Bündnis Sahra Wagenknecht, vier Prozent die FDP und je drei Prozent Linke und Freie Wähler. Ähnliche Werte hatte bereits eine Umfrage von Infratest Dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“ am Donnerstag ergeben.
Im Vergleich zur bislang vergangenen Europawahl 2019 lassen vor allem die Grünen Federn. Damals kam die Partei noch auf 20,5 Prozent, das sind 7,5 Punkte mehr als in der aktuellen Umfrage.
In der kommenden Woche wählen die Bürgerinnen und Bürger der 27 EU-Staaten ein neues Europaparlament. Den Auftakt macht am Donnerstag die Niederlande. In den meisten Ländern wird - wie in Deutschland – am Sonntag gewählt.
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.