1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Orban spielt heimlich Außenbeauftrager – das muss Folgen haben

KommentarOrban spielt heimlich Außenbeauftrager – das muss Folgen haben

Ungarns Ministerpräsident hat in einem Alleingang Wladimir Putin besucht. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zieht nun Konsequenzen. Aber auch die Mitgliedsländer haben eine Verantwortung.Olga Scheer 16.07.2024 - 14:49 Uhr
Donald Trump (l.) und Viktor Orban: Der Ex-US-Präsident und der ungarische Ministerpräsident gelten als offen für Verhandlungen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Foto: dpa

Eines muss man Viktor Orban bescheinigen: Was die mediale Aufmerksamkeit angeht, ist er ein Meister seines Geschäfts. Nur wenige Tage nachdem Ungarn die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehatte, fuhr er nach Kiew und anschließend nach Moskau zu seinem Freund Wladimir Putin.

Es folgten Besuche bei Putins engstem Verbündeten, dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, und beim republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

Die EU stellte zwar klar, dass die Ratspräsidentschaft Orban kein Mandat für „Friedensgespräche“ im Namen der EU gebe – doch da waren die Bilder längst in der Welt.

Jetzt hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Konsequenzen angekündigt: Unter anderem hat die EU-Kommission den offiziellen Antrittsbesuch bei der Ratspräsidentschaft abgesagt – zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union. Es ist fraglich, ob Orban das interessiert, dennoch sollte die EU geschlossen ihm gegenüber auftreten.

Ende des Kriegs nur zu den Bedingungen der Ukraine

Die Haltung der EU zum Krieg in der Ukraine unterscheidet sich massiv von der Haltung Orbans. Sowohl für die EU als auch für die Nato ist klar: Eine Beendigung des Kriegs kann es nur zu den Bedingungen der Ukraine geben.

Orban hingegen kritisiert die finanzielle und militärische Hilfe der EU als Kriegstreiberei und fordert einen sofortigen Waffenstillstand. In einem Brief an den Präsidenten des Europäischen Rats, Charles Michel, schreibt er nun, dass Trump unmittelbar nach seinem Wahlsieg bereit sein werde, als Friedensvermittler zu agieren. Trump habe detaillierte und fundierte Pläne dafür.

Es ist also höchste Zeit, dass auch die Mitgliedstaaten diplomatische Konsequenzen ziehen. Einzelne Mitgliedsländer haben bereits angekündigt, keine Ministerinnen oder Minister mehr zu den informellen Treffen zu schicken. Aber es ist wichtig, Einigkeit zu demonstrieren.

Verwandte Themen
NATO
Europäische Union
Ukraine
Russland
Außenpolitik
Ungarn

Möglich wäre das, indem der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell zeitgleich zum nächsten informellen EU-Außenministertreffen im August nach Brüssel einlädt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt