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Dax aktuellDax verpasst zum Handelsschluss knapp die 19.000 Punkte

Positive Vorgaben aus Fernost stärken die Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Nun erfolgt erneut die Suche nach überzeugten Anschlusskäufern. Der Dax schließt knapp unter 19.000 Punkten.Leonidas Exuzidis 24.09.2024 - 18:07 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Kurstafel an der Frankfurter Börse. Foto: Getty Images, Montage

Düsseldorf. Der deutsche Aktienmarkt hat es zurück über die 19.000er-Marke geschafft – zumindest kurzzeitig. Am Dienstag ist der Dax bis auf 19.029 Punkte gestiegen, ein Plus von 0,9 Prozent. Zum Börsenschluss waren Teile der Tagesgewinne aber schon wieder dahin. Der Leitindex schloss knapp unter der runden Marke bei 18.996 Punkten.

Infolge der starken Zinssenkung in den USA war der Dax am vergangenen Donnerstag erstmals über 19.000 Punkte gestiegen. Das Rekordhoch liegt bei 19.045 Zählern. Der Sprung war aber nur von kurzer Dauer, das Barometer fiel schnell wieder unter das runde Niveau.

Ein solches Verhalten hat der Dax in den vergangenen Wochen mehrfach an den Tag gelegt: Nach dem Erreichen bedeutender Marken fehlen die Anschlusskäufer, während diejenigen, die Geduld und Ausdauer bewiesen haben, ihre Gewinne sichern.

Angetrieben wurde der Dax am Dienstag von den positiven Vorgaben aus Fernost. Die Börse in Shanghai gewann 3,5 Prozent, der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen stieg um knapp vier Prozent.

Chinas Zentralbank hat eine Reihe weiterer Maßnahmen ergriffen, um die schwächelnde Konjunktur zu stärken. So sinken etwa die Zinsen auf bestehende Immobilienkredite, ebenso wie die Mindestanzahlung für ein zweites Wohnbau-Darlehen. Auch sinken die Mindestreserven der Banken, also die Pflichtguthaben, die Kreditinstitute bei der Zentralbank unterhalten müssen.

Vor allem die Krise im Immobiliensektor setzt der chinesischen Konjunktur zu. Bisherige Maßnahmen erzielten nicht den gewünschten Erfolg. Es keime Hoffnung auf, dass noch weitere Maßnahmen folgen, sagt Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Darauf hofft auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

So zählen Autowerte am Dienstag zu den größten Tagesgewinnern. BMW-Titel lagen mit einem Zuwachs von mehr als 3,5 Prozent an der Dax-Spitze. Porsche, VW, Mercedes und Daimler Truck gewannen jeweils zwischen 1,3 und 2,5 Prozent.

Beim Blick auf die jüngste Bilanz fällt das hohe Handelsvolumen ins Auge, das im Börsenmonat September merklich angezogen hat. So wechselten etwa in der vergangenen Woche im Schnitt 83 Millionen Dax-Papiere den Besitzer.

Am vergangenen Freitag etwa lag das Handelsvolumen bei mehr als 155 Millionen Aktien. Das ist der zweithöchste Wert im laufenden Börsenjahr.

Denn: Es war großer Verfallstag an den Märkten, besser bekannt als „Hexensabbat“. Am dritten Freitag im letzten Monat eines Quartals verfallen Terminkontrakte wie Futures oder Optionen. Besonders professionelle Investoren müssen dann entscheiden, ob sie ihre Positionen verkaufen, ausüben oder verlängern.

Deshalb kommt es oft zu starken Kursbewegungen. Die großen Verfallstage im März (203 Millionen Papiere) und im Juni (154,5) waren ebenso von sehr hohem Handelsvolumen begleitet.

Auch losgelöst vom großen Verfallstag zeigen sich Anlegerinnen und Anleger entscheidungsfreudiger im Vergleich zum August. Fraglich ist, ob das so bleibt.

Im Lager der privaten Investoren etwa hat sich der Optimismus eingetrübt, zeigt die neue Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment. Das geht einer mit einer schwächeren Kaufbereitschaft. Drei von fünf Befragten wissen noch nicht, ob sie in den nächsten beiden Wochen handeln werden.

Im Dienstagshandel gibt es ansonsten nur wenige externe Impulse. Das vom Münchner Ifo-Institut veröffentlichte Geschäftsklima belegt die maue Stimmung in Deutschlands Chefetagen. Das Barometer fiel den vierten Monat in Folge zurück, der Rückgang fiel außerdem stärker aus als erwartet. Am Montag hatte bereits der Einkaufsmanagerindex für den September stark enttäuscht. Vieles deutet darauf hin, dass Deutschland in eine Rezession fällt. Gleichwohl haben schwache Konjunkturdaten aus Deutschland ihren Schrecken verloren. Investoren haben sich längst daran gewöhnt.

Spanische Bonds sind weniger riskant als französische

Das tiefe Haushaltsloch in der französischen Staatskasse lässt die Renditen französischer Staatsanleihen erstmals seit 2008 über die Rendite spanischer Bonds steigen. Französische Titel mit zehnjähriger Laufzeit rentieren am Dienstag zeitweise mit bis zu 2,984 Prozent. Die Lücke zu spanischen Anleihen hat sich damit vorübergehend geschlossen.

Börsianer werten dies als Zeichen dafür, dass Anleger unsicher seien, ob die neue französische Regierung das hohe Haushaltsdefizit in den Griff bekommen werde. Die Europäische Union hat unter anderem gegen Frankreich ein Defizitverfahren eröffnet.

Seit der Finanzkrise werden spanische Anleihen mit höheren Renditen gehandelt als französische, da Investoren das Land als risikoreichere Investition gesehen haben. Der neu ernannte französische Finanzminister Antoine Armand steht unter Druck, das französische Haushaltsdefizit einzudämmen, das auf sechs Prozent der Wirtschaftsleistung zusteuert.

Von den im Juli erreichten Extremwerten hat sich das Renditeniveau in Frankreich aber wieder entfernt. Im Zuge der politischen Turbulenzen nach der Europawahl warfen zehnjährige Papiere zeitweise 3,3 Prozent ab. Zehnjährige Anleihen aus Italien rentieren aktuell mit 3,5 Prozent, solche aus Griechenland mit 3,15 Prozent.

Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen – der sogenannte Spread – liegt aktuell bei 77 Basispunkten. Die Experten der Citigroup erwarten, dass sich dieser Aufschlag im nächsten Jahr auf bis zu 100 Basispunkte ausweitet. Deutsche Anleihengelten als die sichersten Zinspapiere im Euro-Raum.

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Baywa: Deutschlands größter Agrar- und Baustoffhändler kann nach Einschätzung der Sanierungsgutachter von Roland Berger grundsätzlich gerettet werden, zeigt das erste Sanierungsgutachten, über das das Handelsblatt vorab berichtet hatte. Allerdings steht der Konzern vor schmerzhaften Einschnitten. Branchenkenner rechnen mit weiteren personellen Konsequenzen. Die Aktie steigt um rund 14 Prozent auf 13 Euro.

mit Material von Reuters

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