Gold: Rätsel um Rekordpreise – „Gold macht alles, was es nicht tun sollte“
- Gold erreicht derzeit ein Rekordhoch nach dem anderen – inzwischen liegt der Preis bei mehr als 2700 Dollar pro Feinunze.
- Die Gründe sind undurchsichtig. Das könnte ein Zeichen für einschneidende Veränderung im Währungssystem sein.
- Vor allem eine Käufergruppe zeigt, wie brisant die Entwicklung ist, von der auch Privatanleger profitieren können.
Frankfurt. Wenn Goldinvestoren in einen Kaufrausch verfallen, gehört Michael Eubel meist zu den Ersten, die davon etwas mitbekommen. Eubel leitet seit bald 20 Jahren die Abteilung Sorten und Edelmetalle der BayernLB. Die Landesbank ist der mit Abstand größte Edelmetall-Großhändler in Deutschland – und hat damit eine dominante Rolle auf einem der weltweit wichtigsten Märkte für Goldbarren und Anlagemünzen.
Barren und Münzen aus der Schweiz, Großbritannien oder Australien treffen in der Gewerbeimmobilie an einem geheimen Ort in Süddeutschland ein, Eubels Mitarbeiter verschicken das Edelmetall dann weiter an die Kundinnen und Kunden.
So ist dieser unscheinbare Ort in Bayern zu einem Seismografen der Weltmärkte geworden: Sind die Zeiten unruhig, steigt die Nachfrage nach Gold – und bei Eubels Kollegen herrscht Hochbetrieb. Stabilisieren sich die Verhältnisse an den Märkten, lösen sich Krisen auf, geht es in der Immobilie der Bank ruhiger zu. Eubel erinnert sich etwa an die Finanzkrise 2008 oder die Euro-Schuldenkrise 2011. Da war jeweils Boom. In der Pandemie kauften Anleger sogar so viele Goldbarren und Goldmünzen, dass Metall und Werttransporter knapp wurden.